Ein Stadtteil mit viel Grün
Freiraum, Parks und Garteln im Nordbahnviertel

Im Vordergrund wilder Bewuchs und gelbe Blumen, dahinter Gebäude
© GB* / Grabherr

Bei der Entwicklung des ehemaligen Nordbahnhofgeländes zum Wohnquartier steht nicht nur die Errichtung von Wohnbauten im Fokus. Ebenso viel Wert wird auf großzügige Freiflächen gelegt.

Die neu gestalteten großen öffentlichen Freiräume und Parkanlagen im Nordbahnviertel sind wichtige Erholungsräume. Von der positiven klimatischen Wirkung profitieren nicht nur die BewohnerInnen vor Ort, sondern auch jene aus den benachbarten Stadtteilen. Mensch und Tier können so ein besonderes Naturerlebnis im Lebensraum Stadt genießen.

Wer aktiv sein möchte, wählt aus vielen Möglichkeiten: Spielen und entspannen im Rudolf-Bednar-Park, garteln im Hochbeet oder im Nachbarschaftsgarten, eine Baumscheibe begrünen oder Tiere, wie z.B. Wechselkröten und Zauneidechsen in der "Freien Mitte" beobachten.

Entdecken Sie die neuen Parks und Freiflächen im Nordbahnviertel.

Rudolf-Bednar-Park

Auf dem ehemaligen Kohlenhof des Nordbahngeländes entstand der Rudolf-Bednar-Park, der 2008 eröffnet wurde. Er war der größte neu errichtete Park in Wien nach dem Kurpark Oberlaa im Jahr 1974.
Geplant vom Landschaftsplanungsbüro Hager Partner AG, war die neue grüne Lunge des Stadtteils bereits fertig bevor es die Gebäude rundherum waren.

Großer Park, Wiese und Bäume, in der Mitte ein Kinderspielbereich eingefasst von orangen Stelen
Orange Stelen markieren den Kinderspielbereich (© GB*)

Die weithin sichtbaren orangefarbenen Stelen sind die auffälligsten Elemente im Park. Sie markieren die Kinderspielbereiche und sind zugleich die raumbildende Struktur, bis die Bäume ihre endgültige Wuchshöhe erreicht haben.

Die insgesamt 280 Bäume sind als sogenannter "Baumschleier" angeordnet: Am Parkrand stehen sie im dichten Raster, zur Mitte hin lichtet sich der Schleier und die Wiesenflächen werden größer. Die Anordnung und auch die wasserliebenden Gräser erinnern an die Ufervegetation der Donau vor deren Regulierung 1875.
Besonders schön wirken die unterschiedlichen Blattformen von Linde, Gleditschie und Esche, wenn sie das Sonnenlicht in vielfältiger Weise auf den Boden treffen lassen.

Oranges Schilfgras, im Hintergrund Bäume und moderne Wohnhäuser
Schilf wächst in den Wasserbecken entlang der Hauptquerung. (© GB* / Grabherr)

Entlang der Hauptquerung durch den Park locken Wasserbecken nicht nur Kinder an, auch die seltene Wechselkröte hat hier ein neues Zuhause gefunden.
In den Quartiersgärten finden Erholungssuchende Ruhe. Duftende Hecken schirmen die Sessel und Bänke ab, die Staudenbepflanzungen sind wie ein bunter Blumenstrauß im Park.

Sportliche aktiv wird es neben dem "Campus Gertrude Fröhlich-Sandner": Hier nutzen viele Jugendliche eine Skater-Bowl und Ballspielfelder. Der Fußballkäfig wird außerhalb der Schulzeiten für die AnrainerInnen geöffnet. Der Kleinkinderspielplatz wurde um ca. 180 m² erweitert - Bänke und ein Spielgerät sollen noch ergänzt werden.

Was den intensiv gestalteten städtischen Park auszeichnet, ist die Mischung aus dicht ausgestatteten Bereichen und offenen Flächen. BesucherInnen können wählen, ob sie die Möblierung nutzen wollen oder sich lieber auf der Wiese niederlassen und dort spielen möchten.

Fakten zum Park

  • 3,1 ha Fläche
  • 280 Bäume
  • Kinderspielgeräte für unterschiedliche Altersgruppen
  • Skateranlage (Bowl), Streetball in der Nähe der Schule
  • Fitnessgeräte beim Haus Vorgartenstraße 122
  • Hundezone gegenüber Jakov-Lind-Straße 24
  • WC-Anlage bei der Pergola

Freie Mitte - Stadtwildnis im Nordbahnviertel

Große Birken und viel grüner, wilder Bewuchs
Stadtwildnis Freie Mitte (© GB* / Grabherr)

Im Herzen des ehemaligen Nordbahnhofgeländes entsteht mit der „Freien Mitte“ ein besonderer Landschaftspark: Die wilde „Gstettn“ als wichtiger Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten bleibt erhalten und gleichzeitig wird ein insgesamt rund 10 Hektar großer Erholungsraum für die BewohnerInnen des Stadtteils geschaffen.

Die Planung der Freifläche ist weitgehend abgeschlossen, möglichst viele Wünsche aus dem vorangegangenen Beteiligungsprojekt wurden berücksichtigt. Die Umsetzung ist ab 2021 vorgesehen und soll etappenweise bis 2025 abgeschlossen werden.

Das ist geplant:

  • rund 180 Bäume undvorhandene Vegetation bleiben erhalten
  • ca. 320 Bäume werden neu gepflanzt
  • Aufenthalts- und Bewegungsflächen auf den Wiesen und unter den Bäumen
  • Themenspielplätze (Drehen und Wippen, Klettern, Sandeln und Spielen, Balancieren und Hüpfen, Ballspiel, Hangeln und Schwingen, Schaukeln und Schweben)
  • Platz für Boulespiel
  • Hundezone
  • Calisthenics Turngeräte
  • Skateplatz
  • Volleyball
  • Gemeinschaftsgarten
  • Trinkbrunnen und Öklos

Weitere Informationen zur Freien Mitte finden Sie hier.

Franziska-Löw-Park - "Dachgarten" für alle

Parkende Autos und Grünraum für Sport und Erholung schließen sich aus? Nicht, wenn sie wie im Projekt an der Nordbahnstraße optimal kombiniert werden!

Hier wurden nicht nur Abstellmöglichkeiten für Autos geschaffen, sondern es entstand am Dach der Garage ein neuer 6.500 m² großer Erholungsraum für alle StadtteilbewohnerInnen - der Franziska-Löw-Park

Benannt wurde der Park nach Franziska Danneberg-Löw. Sie war eine jüdische Widerstandskämpferin, die zahlreiche Jüdinnen und Juden vor der Ermordung gerettet hat. Ihr Vater war Direktor der Nordbahn.

Platz für Sport und Bewegung

Grüne Wiese, darauf gelbe Hängematten
Chill-Zone mit Hängematten (© GB* / Grabherr)

Neben Fußball, Volleyball und Streetball kann hier auch die Trendsportart Parcour trainiert werden. Kletternetz, Tischtennistisch und Boxpendel ergänzen das Angebot. Auch die Kleinen kommen nicht zu kurz, sie können sich im Kleinkinderspielbereich austoben.
Für alle, die es ruhiger angehen möchten, stehen Chill-Zonen mit Hängematten und eine große Wiese, die vielfältig genutzt werden kann, zur Verfügung. Hunde können sich in der neuen Hundezone frei bewegen.

Innovative Garage

Die Parkgarage umfasst 390 Abstellplätze zum Sondertarif für BewohnerInnen und weitere 193 Stellplätze für MitarbeiterInnen der umliegenden Bürogebäude. Neben der einzigartigen Dachnutzung deckt eine eigene Photovoltaikanlage den gesamten Energiebedarf der LED-Beleuchtung.

Neuer Grünraum auf GB*-Initiative

Eine Analyse der GB* zeigte, dass es im dicht besiedelten Volkert- und Alliiertenviertel nur wenige Sport- und Bewegungsflächen gibt, die für alle zugänglich sind.

Als durch die Verlegung der Bahntrasse die Fläche frei wurde, nahmen wir Kontakt mit der Stadt Wien- Flächenwidmung auf, um diese für Freiraumnutzung zu sichern. Unser Vorschlag, hier eine Parkanlage zu errichten um die Versorgung der angrenzenden Viertel mit Freiräumen zu verbessern, wurde von der Stadt Wien aufgenommen und umgesetzt!

Vor der Planung durch das Wiener Landschaftsarchitekturbüro wurden Jugendliche im Rahmen des Jugendparlaments "word up" nach ihren Ideen und Bedürfnissen gefragt. Der neue Park bietet nun einiges an Funktionen, die das Angebot auf den Freiflächen im Nordbahnviertel und Volkert- und Alliiertenviertel gut ergänzen.

Garteln verbindet!

Drei Menschen neben einem Hochbeet
Beim gemeinsamen Garteln wird auch die gute Nachbarschaft gehegt und gepflegt! (© GB*)

Das gilt auch und insbesondere in neuen Wohngebiet wie dem Nordbahnviertel. Beim gemeinsamen Garteln lernt man das Wohnumfeld und die NachbarInnen besser kennen!

Im Stadtteil gibt es zahlreiche Nachbarschaftsgärten, die es BewohnerInnen und AnrainerInnen ermöglichen, gärtnerisch aktiv zu werden.

Wir unterstützen alle Gartelbegeisterten tatkräftig, informieren und koordinieren administrative Belange mit den MieterInnen, den GrundstückseigentümerInnen sowie den beteiligten Institutionen und unterstützen StadtteilgärtnerInnen mit fachlichem Know-how.

Gemeinsam machen wir den Stadtteil damit noch grüner und stärken das Miteinander im Nordbahnviertel.

Garteln ums Eck: Werde Teil unserer Gartel-Community!

Eine weitere Möglichkeit, in der Stadt zu garteln bietet Ihnen unsere Initiative "Garteln ums Eck". Dabei können Sie Baumscheiben oder kleine Flächen im öffentlichen Raum eigenverantwortlich pflegen und begrünen. Fast 1000 Hobbygärtnerinnen und -gärtner in Wien sind schon dabei - wir zeigen Ihnen, wies geht und beraten Sie gerne! 

Gemeinschaftsgärten im Nordbahnviertel

Mintzgarten

© GB*

Beim Campus "Gertrude Fröhlich-Sandner" wurde fruchtbares Erdreich aufgeschüttet und auf einer Fläche von 220 m² ein Gemeinschaftsbeet, 14 Hochbeete und ein Sitzplatz angelegt. 

Bepflanzt und gepflegt wird der "Mintzgarten" vom gleichnamigen Verein, dem gegenwärtig 19 Mitglieder angehören und die im Umfeld des Gartens wohnen. 

Neben dem Garteln stehen im Mintzgarten auch gemeinsame Feste, Informationsveranstaltungen und Kooperationen mit dem angrenzenden Kindergarten und der Schule, der Parkbetreuung des Jugendzentrums und anderen Initiativen vor Ort auf dem Programm.

Daten & Fakten

  • Ort: Ernst-Melchior-Gasse 3
  • Gründungsjahr: 2012
  • Größe: rund 220 m² 
  • Beete: 14 Hochbeete, 1 Gemeinschaftsbeet, 1 Naschbeet für alle
  • GärtnerInnen: 19
  • Aktuell sind alle Beete vergeben, mitmachen ist möglich, wenn ein Beet frei wird.
  • Kontakt: mintzgarten@gmail.com

So kam der Garten zu seinem Namen

Der "Mintzgarten" ist benannt nach der Ärztin Fanny Mintz. Geboren wurde Sie im September 1892 und lebte zuletzt in der Leopoldstadt in der Großen Schiffgasse 18. Fanny Mintz wurde am 25. Mai 1943 vom Nordbahnhof in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und von dort nach Auschwitz überstellt. Seit dem 19. Oktober 1944 gilt sie als verschollen.
(Wien Geschichte Wiki)

Vorgartl

Der Nachbarschaftsgarten "Vorgartl" befindet sich an der Vorgartenstraße. Hier stehen insgesamt 16 Hochbeete, die mit 31 Tonnen Erde befüllt wurden, zum Garteln zur Verfügung.

Daten & Fakten

Erna-Popper-Garten

Weißes Holzschild, auf dem "Erna-Popper-Garten" steht, drumherum grüne Blätter
© GB* / Grabherr

Unmittelbar neben dem Mintzgarten entstand im Juni 2015 der "Erna-Popper-Garten".

Die Initiative ging auch hier von BewohnerInnen aus. Der Nachbarschaftsgarten konnte dank der Unterstützung des Campus "Gertrude Fröhlich-Sandner", der Firma PORR real und der Gebietsbetreuung Stadterneuerung errichtet werden. Zaun und Hochbeete bauten die GärtnerInnen selbst.

Daten & Fakten

  • Gründungsjahr: 2015
  • Fläche: rund 170 m² 
  • Beete: derzeit 18 Beete
  • GärtnerInnen: 23 Familien mit dem Schwerpunktthema Integration
  • Der Garten ist privat, es gibt einen Naschgarten für alle am Zaun.
  • Aktuell sind alle Beete vergeben, mitmachen ist möglich, wenn ein Beet frei wird.
  • Kontakt: erna.popper.garten@gmail.com

Nordfarmhof

Vor der Nordbahnhalle eröffnete im Sommer 2017 ein temporärer Gemeinschaftsgarten. Zwei Saisonen lang konnten BewohnerInnen aus dem 2. und 20. Bezirk Salat, Bohnen, Kräuter, Mangold, Erdäpfel und vieles mehr anbauen.

Aufgrund des Abrisses der Nordbahnhalle ist dieser Garten nun in die Gleisschleife übersiedelt wo er eventuell bleiben wird, falls sich kein Platz in der "Freien Mitte" findet.

Kontakt: nordfarmhof@gmail.com

Graue Tröge bepflanzt mit blühenden Pflanzen
Klein, aber oho! Die gemeinschaftlich begrünten Tröge in der Ernst-Melcior-Gasse bringen Farbe in die Wohnumgebung. (© GB* / Karaca)

Auch in der Ernst-Melchior-Gasse wird gemeinschaftlich gegartelt. 

Auf unseren Aufruf, in den neuen Pflanztrögen zu garteln meldeten sich drei BewohnerInnen aus der Wohnumgebung und eine Kindergartengruppe, die die Tröge mit viel Einsatz begrünen. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen :-)!