Auf neuen Wegen!
Unterwegs im Sonnwendviertel

Schild Fußängerzone Bloch-Bauer-Promenade


Ein neuer Stadtteil braucht Verbindungen, innerhalb des Gebiets und zur angrenzenden Umgebung. Mit der Entwicklung des Sonnwendviertels wurden viele neue Wege, die zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit den Öffis oder mit dem Auto genutzt werden können, geschaffen.

Auf neuen Wegen im Sonnwendviertel!

Neue Wege und Straßen brauchen auch einen Namen. Hier erfahren Sie, was bzw. wer hinter den Straßennamen im Sonnwendviertel steckt und steht!

Alfred-Adler-Straße

Der Wiener Arzt Alfred Adler (* 7. Februar 1870 Wien, † 28. Mai 1937) führte eine Ordination für Allgemein-Medizin in der Nähe des Praters und beschäftigte sich eingehend mit den gesundheitlichen Problemen sozial benachteiligter Gruppen.

Er war anfangs noch Gast bei Sigmund Freuds Diskussionsrunden, gründete jedoch - nach einem Bruch mit Freud - den noch heute bestehenden Verein der Individualpsychologie. Adler richtete 30 Erziehungsberatungsstellen ein und wurde Direktor der ersten Klinik für Kinderpsychologie.

1930 wurde er als „Bürger der Stadt Wien“ geehrt.

Antonie-Alt-Gasse

Antonie Alt (* 18. November 1884, † 27. August 1963) wurde in Wels geboren und ist bei Verwandten in Wien aufgewachsen. Sie war im Hotel- und Gastgewerbe tätig. Aufgrund der vorherrschenden Umstände und inspiriert von Viktor Adler engagierte sie sich politisch.

Sie kandidierte für die Sozialdemokratische Arbeiterpartei im 10. Bezirk und war von 1932 bis 1934 Abgeordnete zum Wiener Landtag und Mitglied des Gemeinderates der Stadt Wien. Damit zählt sie zu den ersten weiblichen Gemeinderatsmitgliedern.

Artholdgasse

Josef Arthold (* 9. April 1934 Hausbrunn, † 30. Juli 2002 Wien) war Lehrer, Politiker sowie Funktionär des Sportklubs Austria Wien.

Bloch-Bauer Promenade

Adele Bloch-Bauer (* 9. August 1881 Wien, † 24. Jänner 1925 Wien) war eine bedeutende Kunstmäzenin.

Ferdinand Bloch-Bauer (* 16. August 1864, Prag, † 13. November 1945, Zürich) war Zuckerindustrieller und Mäzen.

Das Ehepaar Adele und Ferdinand Bloch-Bauer waren bedeutende Förderer und Sammler von Kunstwerken. Sie unterhielten in Wien einen Salon, wo Intellektuelle, Künstler als auch sozialdemokratische Politiker verkehrten. Adele Bloch-Bauer war die einzige Frau, die zweimal von Gustav Klimt porträtiert wurde. Dabei entstand eines der Hauptwerke des Jugendstils.

Emilie-Flöge-Weg

Emilie Louise Flöge (* 30. August 1874, † 26. Mai 1952 Wien) war Modesaloninhaberin, Modeschöpferin, Tochter des Meerschaumfabrikanten Hermann Flöge und Gefährtin Gustav Klimts. Sie betrieb gemeinsam mit ihren Schwestern den Modesalon „Schwestern Flöge“. Ihre Kreationen wurden von namhaften Personen wie Adele Bloch-Bauer, Margarethe Stonborough-Wittgenstein, Berta Zuckerkandl und Clarisse Rothschild getragen. 20 ihrer Anfertigungen wurden unter anderem von Gustav Klimt entworfen, dessen Lebensgefährtin und Muse sie war.

Eva-Zilcher-Gasse

Eva Zilcher (* 25. November 1920 Würzburg, † 20. Jänner 1994 Wien) war Schauspielerin. Sie spielte unter anderem am Volkstheater, am Theater an der Josefstadt sowie am Burgtheater.

Franz Grill Straße

Franz Grill wurde vermutlich 1756 geboren. Er war als Komponist bei Graf Ferenc Széchényi angestellt. 1792 verstarb er in Sopron.

Fitz-Hahn-Gasse

Friedrich (Fritz) Hahn (* 18. Juni 1924 Wien, † 6. März 2002 Wien) war ein bedeutender Politiker der ÖVP. Er war unter anderem Klubobmann, zweiter und dritter Landtagspräsident, Gemeinderatsmitglied und Nationalrat. Ein besonderes Anliegen war ihm das Aufzeigen von Missständen – wie zum Beispiel im AKH-Untersuchungsausschuss.

Gerhard-Bronner-Straße

Gerhard Bronner (* 23. Oktober 1922 Wien, † 19. Jänner 2007 Wien) war Schauspieler und Kabarettist. Nach seiner Flucht schlug er sich in Palästina als Pianist durch; später auch in Wien, nach seiner Rückkehr. Im Zuge dessen schuf er eigene Kompositionen und Chansons. Nach seinem Einstieg in die Kabarettszene war er ebenso Leiter einiger Theater, gestaltete Rundfunkprogramme und arbeitete mit Personen wie Helmut Qualtinger, Elfriede Ott und Lore Krainer.

Gertrude-Fröhlich-Sandner Straße

Gertrude Fröhlich-Sandner (* 25. April 1926 Wien, † 13. Juni 2008 Wien) war Lehrerin und Politikerin. Mit ihr wurde erstmals das Vizebürgermeisteramt in Wien von einer Frau besetzt. Später gehörte sie der Bundesregierung als Familienministerin an. Sie übernahm zahlreiche Funktionen – ein besonderes Anliegen war ihr die Chancengerechtigkeit, die Erweiterung des Kulturhorizontes der Bevölkerung und die Altstadterhaltung.

Gombrichgasse

Ernst Hans Josef Gombrich (* 30. März 1909 Wien, † 3. November 2001 London) war Kunsthistoriker und Philosoph. Er studierte Kunstgeschichte und Archäologie. 1936 emigrierte er nach London, wo er für die BBC tätig war. Ihm wurde der Titel Knight Bachelor verliehen.

Hackergasse

Der geborene Wiener Friedrich Hacker (*19. Jänner 1914 Wien, † 23. Juni 1989) war Psychiater und Aggressionsforscher. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung emigrierte er 1938 in die Schweiz. Nach Beendigung des Studiums in der Schweiz lehrte und arbeitete er in den USA. 1968 gründete er in Wien die Sigmund-Freud-Gesellschaft.

Hlawkagasse

Maria Hlawka (* 7. April 1914, † 3. Jänner 2005) war seit ihrer Jugend Teil der sozialdemokratischen Bewegung. Sie wirkte am Aufbau der SPÖ-Favoriten mit und wurde 1973 als erste Frau zur Ersten Landtagspräsidentin gewählt. Ihr Engagement widmete sie im besonderen Frauenanliegen.

Karl-Popper-Straße

Karl Raimund Popper (* 28. Juli 1902 Wien, † 17. September 1994 Croydon bei London) war ein bedeutender Philosoph. Er unterrichtete an der allgemeinen Mittelschule Schweglerstraße, danach in Neuseeland und schließlich an der London School of Economics. Er wurde durch die kritische Auseinandersetzung mit dem Wiener Kreis der Philosophie bekannt und gilt als Begründer des kritischen Rationalismus. 1965 wurde er als Knight of Bachleor in den Adelsstand erhoben. 

Maria Lassnig Straße

Maria Lassnig (* 8. September 1919 Kappel, † 6. Mai 2014 Wien) war Malerin und Grafikerin  und eine der bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie wirkte unter anderem in Wien, Paris und New York, wo sie auch begann eigene Zeichentrickfilme zu produzieren. 

Geboren wurde Lassnig am 8. September 1919 im kärntnerischen Kappel am Krappfeld als uneheliches Kind in ärmsten Verhältnissen. 1941 wurde die angehende Künstlerin an der Wiener Akademie der Bildenden Künste in die Meisterklasse Wilhelm Dachauer aufgenommen. 1943 wechselte sie zu Ferdinand Andri, besuchte den Abendakt bei Herbert Boeckl und schloss im Jänner 1945 als akademische Malerin mit dem Diplom ab.

Marianne-Pollak-Gasse

Marianne Pollak (* 29. Juli 1891 Wien, † 30. August 1963) war Lehrerin, Politikerin und Publizistin. Sie war Teil der sozialistischen Bewegung und setzte sich maßgeblich für die Selbstbestimmung der Frau sowie für die Legalisierung der Abtreibung ein. 

Sissy-Löwinger-Weg

Sissy Löwinger (* 23. Juni 1940 Graz, † 25. September 2011 Altlengbach) stammt aus der alt-eingesessenen Schauspieldynastie Löwinger. Sie war als Schauspielerin, Regisseurin und Autorin tätig und trat auch in Zirkusnummern auf.

Vally-Weigl-Gasse

Vally Weigl (* 11. September 1894, † 25. Dezember 1982 New York) wurde in Wien geboren und flüchtete nach dem Anschluss Österreichs 1938 in die USA. Sie arbeitete als Pianistin, Musiktherapeutin und Komponistin.

Vitalygasse

Der Wiener Karl Vitaly (* 17. Dezember 1912 Wien, † 19. April 2003) war Schneidermeister. Unter seiner Führung des Modehaus Tlapa waren 250 MitarbeiterInnen in dem Unternehmen beschäftigt. Besondere Verdienste erwarb er sich im Zuge der Olympischen Winterspiele 1964 in Innsbruck. 1992 wurde er ehrenhalber zum „Bürger der Stadt Wien“ ernannt.

Watzlawickweg

Paul Watzlawick (* 25. Juli 1921 Villach, † 31. März 2007 Palo Alto) war ein bedeutender Kommunikationswissenschaftler und Psychoanalytiker. Er arbeitete und lehrte an vielen Orten, unter anderem auch in Wien. Von ihm stammt der berühmte Satz: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ International wurde er durch seine zahlreichen Publikationen bekannt, darunter der Bestseller „Anleitung zum Unglücklichsein“.