Vom Einsatz fürs Miteinander und mehr
Flodo-Vibes
AYGYUL, die kreative Powerfrau

AYGYUL bezeichnet sich selbst als Multi-Musikerin, Sängerin, Komponistin, Beatboxerin und Content-Gestalterin. Sieht man sie, spürt man sofort eine faszinierende Präsenz, die vor allem auf der Bühne noch intensiver strahlt.
Die Leidenschaft für Musik begann bereits während ihrer Kindheit in Tatarstan (Russland). Mit 21 Jahren kam AYGYUL nach Wien, um Opernsängerin zu werden. Doch, wie sie heute sagt, wollte sie „keine Coversängerin für alte Dudes sein“. Also wandte sie sich der Electronic-Dance-Music zu und brachte sich selbst das Produzieren und Beatboxen bei. Ihre Musikvideos dreht AYGYUL alle selbst – oft an der Donau, einem Ort, an dem sie Kraft tankt und kreative Inspiration findet. Die Naturnähe des Bezirks ist es, was sie fasziniert. Es gibt viele versteckte „Diamanten“ wie die Lorettowiese oder den Bellgassensteg – ihr Lieblingsplatz. „Es ist so ein schöner, ruhiger Ort. Man kann hier einfach abhängen, schwimmen gehen, und wir haben hier oft gemütliche Picknicks gemacht.“
AYGYUL erzählt ...
Ein eigener Rhythmus – made in Floridsdorf

Der Floridsdorfer Vibe inspiriert AYGYUL auch musikalisch. An verschiedenen Orten, wie Floridsdorfer Parks und an der Donau, nahm sie Tonspuren für ihre Percussions auf. So hört man ein Stück 1210 in ihrer Musik. Dance-Music hat ein Tempo von 120 Beats per Minute (BPM). „Also fast wie 1210“, grinst sie, während sie im Gasthaus „Birner“ einen Schwarztee trinkt. Floridsdorf hat einen eigenen Rhythmus. Das spürte sie deutlich bei ihrem Auftritt am Welt-Floridsdorf-Tag am 12. Oktober, als ihr die Fans am Pius-Parsch-Platz zujubelten. „Das Publikum war so großartig! Ich fühlte mich wie Lady Gaga!“, lacht sie.
Am Leben in Wien schätzt sie besonders, dass man hier offen als queere Frau leben kann. Händchenhaltend mit ihrer Verlobten durch Floridsdorf zu spazieren war selten ein Problem, denn „die Leute sind hier offener, als man denkt“.
„Sogar die Luft hier ist anders, man fühlt es!“
1210 hat einen spannenden Vibe

Aygyul liebt die Vielfalt der Bewohner*innen im Bezirk, so vielfältig wie die Graffitis an der Wienerwand. Viele ziehen hierher, weil das Wohnen noch leistbarer ist als anderswo, so wie in ihrer ersten Wiener Wohnung in der Ohmgasse, direkt über dem
Frauen*café, wo sie sich ein eigenes Studio einrichtete.
Offenheit und Toleranz möchte sie über alle Grenzen hinweg durch ihre Musik verbreiten. Ihre Lieder klingen wie Liebeserklärungen an Vielfalt und Selbstliebe. Und wie steht es um die Musik in Floridsdorf? „Es tut sich was, 1210 hat einen spannenden Vibe. Auch abseits des Mainstreams.“
Die Geschichten zum Download!
Herta Honer - engagiert für ein gutes Miteinander

Man sieht Herta vieles an, aber nicht, dass sie über 80 ist.
Seit vielen Jahren ist sie mit Leib und Seele Mieterbeirätin im „Franz-Petritsch-Hof“. Für sie ist es selbstverständlich, sich in ihrer Freizeit für ein gutes Miteinander einzusetzen. „Sonst wäre mir fad!“, grinst sie und zeigt auf den Platz, wo sie Nachbarschaftsfeste
organisiert und verschiedenste Bewohner*innen zusammenbringt.
Herta erzählt ...

Menschen zusammenzubringen ist auch das Ziel des von „wohnpartner“ organisierten „Frauen*cafés Jedlesee“ im Gemeinschaftsraum Ohmgasse. Frauen unterschiedlichster Herkunft frühstücken dort gemeinsam, machen Ausflüge und tauschen sich über verschiedenste Themen aus. „Wenn ich migrantische Frauen besser kennenlerne, können wir einander auch besser verstehen. Es ist wichtig, mit Vielfalt gut umzugehen“, meint Herta.
Stolz blickt sie auf das Schild „ihres“ Gemeindebaus, für dessen Namensgebung sie sich eingesetzt hat. Franz Petritsch war Politiker und hat sich besonders für Senior*innen und leistbares Wohnen engagiert. Sich für andere einzusetzen, liegt auch Herta am Herzen. Seit über 60 Jahren wohnt die gebürtige Strebersdorferin im Gemeindebau.
„Damals haben die Leute geweint, wenn sie über die Donau ziehen mussten“, erzählt sie. Für sie hat der soziale Wohnbau viele Vorzüge – er ist ein lebenswerter Ort zum Wohnen.
Mein Herz kennt nur Floridsdorf. In Wien ist es überall schön, aber hier bin ich sehr verwurzelt.
Mit Herz, Energie und Lebensfreude

Sie liebt den Bezirk, denn „hier bin ich sehr verwurzelt. Es gibt Dorfcharakter ohne Dorf, so viele Möglichkeiten und Begegnungsorte.“ Ob Yoga, Krafttraining, Spaziergänge am Marchfeldkanal, Radeln und Nordic Walking über die Insel oder sogar Hula Hoop – fad wird Herta nicht. „Man muss dankbar
sein, dass man das so erleben darf“, sagt die gelernte Näherin. Am Bezirk schätzt sie die Nähe zur Natur und zu den Leuten.
Mit Begeisterung erzählt sie von ihrem Beruf als Telefonistin im Rathaus, wo sie bis zu ihrer Pension gearbeitet hat, nachdem sie zunächst als Helferin im Spital tätig war. „In Wien ist man sehr gut versorgt“, ist sich Herta sicher. Energie für ihre vielen Hobbys tankt sie am liebsten auf der Donauinsel. Hertas Energie ist ansteckend – und wichtig für ihren großartigen Einsatz gegen Anonymität in der Nachbarschaft.


