Von Herz, Engagement und Liebe zur Vielfalt
Meisterlicher Erfolg in Floridsdorf!
Der Meister der Fußball-Regionalliga Ost in der Saison 2024/25 kommt aus Floridsdorf. Denn der SR Donaufeld errang den Titel – und das wurde mit einer gebührenden Meisterfeier im Stadion in der Nordmanngasse gefeiert.
Die Augen leuchten, wenn Franz, Michaela und Mana-Marielle davon erzählen. Der Verein ist ein Traditionsverein, der seit über 110 Jahren Generationen durch den Sport verbindet und für Fußball begeistert.

Einer, der diese Begeisterung seit Jahrzehnten lebt, ist Franz: Seit 60 Jahren hilft er beim Verein mit. Angefangen hat alles, wie er schmunzelnd erzählt, „mit Gras auszupfen und Tschickstummel aufsammeln“. Früher war er selbst Fußballer, spielte bei „Real Schlingerhof“ und trainierte am Sportplatz Ringelseeplatz in der Prießnitzgasse, dort, wo der Verein 1912 gegründet wurde. Seit Mitte der 1960er-Jahre ist der SR Donaufeld im Donaufeld beheimatet. Heute ist Franz „Herr über die Tribüne“ und kümmert sich um alles, was im Stadion anfällt. Wenn er nicht dort ist, radelt der frühere Facharbeiter, fährt Motorrad und hält sich mit Turnen fit. Seine Frau hat er längst mit dem Fußballfieber angesteckt. Sie feuert die Mannschaft an Spieltagen lautstark an. Mit dem Verein hat Franz viele Höhen und Tiefen erlebt. Ein besonderes Highlight war der Aufstieg in die nächst höhere Liga. Für den damals noch kleinen Verein aus dem Floridsdorfer Bezirksteil ein riesiger Erfolg. Vor jedem Training und jedem Spiel kommen die Spieler zu ihm, begrüßen und umarmen ihn. Das freut ihn besonders – es zeigt, wie familiär der Verein ist.
Herz und Engagement im Verein

Dieses Familiäre betont auch Michaela, oder „Micha“, wie sie alle nennen. Sie ist Jugendleiterin und Teambetreuerin und bezeichnet sich selbst als
„Anlaufstelle für alles“, vom Beantworten von E-Mails bis zur Koordination von Spielterminen. Seit zwölf Jahren ist sie beim Verein aktiv. Ihre drei Kinder haben hier Fußball gespielt. „Als Elternteil kommt man schnell in eine ehrenamtliche Rolle und hilft mit, wenn Hilfe gebraucht wird“, erzählt sie.
Mana-Marielle erzählt ...

So war es auch bei Mana-Marielle, Trainerin der U8. Ihr Bruder spielt bei der 1b-Mannschaft, sie selbst kickt beim FC Stadlau. Über Instagram erfuhr sie, dass der SR Donaufeld eine Trainerin suchte – und sie meldete sich.
Die Kindergarten- und Hortpädagogin trainiert nun mit großer Leidenschaft den Nachwuchs. „Mein Leben ist sehr vom Fußball geprägt. Ich bin im Rapid-Trainee-Programm, trainiere die Kids und spiele selbst aktiv“, sagt sie.
Alle drei schwärmen davon, wie sehr die Menschen den Verein ausmachen. Es ist dieses besondere „Zusammensein“, das sie so schätzen und der Grund, warum sie gerne ins Stadion und in die neu gestaltete Kantine kommen.
„Donaufeld ist in der
Ost-Liga! Das musst du dir live geben!"
Die Geschichten zum Download!
Fahrrad Blümel – Zwei Räder, eine Familie

Das Besondere an „Fahrrad Blümel“ ist, dass es seinen Platz in den Hallen des KFZ-basierten Familienunternehmens „Auto Blümel“ in der Prießnitzgasse hat. Dort werden Fahrräder in einer CO2-neutralen PPA-Lackieranlage individuell verschönert – in jener Halle, in der sonst Autos und Harleys Platz finden.
Wer Tanja beim Schrauben, Lackieren und Fahrradservicieren kennenlernt, trifft auch auf Geschäftsführer Günter und seine beiden Söhne Dodo und Bernie, die den Betrieb inzwischen übernommen haben. Die beiden hat Tanja während ihrer Fahrradmechatronik-Ausbildung kennengelernt.
Die ehemalige AHS- und Snowboardlehrerin mit großer Outdoor-Affinität war die einzige Frau im berufsbegleitenden Kurs – und überglücklich, als die beiden Brüder ihr anboten, dort eine Radwerkstatt einzurichten, wo früher Autos zum Trocknen standen.
Kurz nachdem Tanja vor drei Jahren die Werkstatt eröffnete, war sie eine Zeit lang weg, um gemeinsam mit ihrer Partnerin von Kapstadt nach Wien zu radeln. Wer also Tipps zum Thema Bikepacking sucht, ist bei Tanja genau richtig.

Viele Kund*innen, aus ganz Wien, holen sich bei ihr Rat zu Radreisen, Reparaturen und Lackierungen. Designlackierungen, Airbrush, Tigerlook-Sättel ... vieles ist möglich und wurde schon umgesetzt. Tanja gefällt, dass das Werkstatt-Team wie eine Familie ist. „Nun ja – es ist ja auch die Familie Blümel“, grinst sie. Der Betrieb Blümel wird bereits in der vierten Generation geführt. Ursprünglich im 15. Bezirk beheimatet, ist das Unter-
nehmen seit rund 80 Jahren in Floridsdorf ansässig. Also eindeutig ein „Ur-Flodo-Betrieb“.
„Dass Dodo über die Donau gezogen ist, war ein Verbrechen“, erzählt Tanja lachend, während sie an einem Retro-Fahrrad herumschraubt. „Ich repariere nicht konsumorientiert und will den Leuten nichts aufschwatzen“, sagt sie über ihre Arbeit. Besonders schätzt sie daran, dass sie sich auch Zeit für Reisen nehmen kann, etwa nach Georgien, wo sie per Rad und Boot unterwegs war. Das Verstauen des Fahrrads im Schlauchboot testete sie zuvor auf der Alten Donau. Mit der Fahrradinfrastruktur in Floridsdorf ist Tanja zufrieden. „Fahr mal durch Nairobi!“, lacht sie.
Tanja erzählt ...
Floridsdorf, Vielfalt und Lieblingsplätze

Einer ihrer Lieblingsorte ist der Franz-Jonas-Platz. Besonders, wenn dort etwas los ist. Von Verdrängung hält sie nichts, denn: „Unsere Gesellschaft besteht aus vielen Teilen. Auch wenn man manche nicht sieht, sind sie trotzdem da.“
Wenn sie nicht gerade durchs Mühlschüttel radelt, geht Tanja gern über den Schlingermarkt und ganz besonders gern in die Bäckerei Kimia. Denn dort schmeckt die Mischung aus Floridsdorf und Afghanistan einfach besonders gut.
„In Floridsdorf bekommt man alles, was es in der Innenstadt auch gibt. Nur leistbarer."


