Von jungen Orten und Orte für Junggebliebene

Rampen der Skateranlage in der Nähe des Bahnhof Floridsdorf.
Skateranlage beim Bahnhof Floridsdorf. (© GB*/Jonathan Panhofer)

Platz zum Chillen, Zocken und Kreativsein

In der Kahlgasse gibt es seit Herbst 2024 das neue Jugendzentrum FloDo. Auf über 500 m² können Kinder und Teenies dort kostenlos ihre Freizeit verbringen. Stolz zeigt Leiterin Malou das gemütliche Jugend-Café mit Chill-Möglichkeiten, Küche, Wuzzler, Billardtisch und die top ausgestatteten Gruppenräume, in denen 3D-gedruckt, gezockt oder einfach nur Zeit verbracht wird. Im Mehrzweckraum mit DJ-Pult zeigen Samantha (14), Leonie (12) und Sahranur (10) die TikTok-Dancemoves, die sie gemeinsam einstudiert haben – und auch Janine (22) ist begeistert von den schönen Räumen.

Bild von oben auf den Außenbereich des Jugendzentrums.
In der neuen Campus-Schule hat das Jugendzentrum einen attraktiven Außenraum bekommen. (© GB*/Jonathan Panhofer)

Mehrmals wöchentlich können die Kids den Hartplatz und die Freiflächen des Bildungscampus Willi Resetarits in der Franklinstraße nutzen – wie auch beim Sommerfest, bei dem gefeiert und mit Gokarts herumgeflitzt wird, was Maria (6) besonders Spaß macht. Während die Mädels den Eurovision-Siegersong singen, wird bei den Burschen diskutiert, ob der Wasserpark ein guter Ort zum Spielen ist oder man dort von „grantigen“ Erwachsenen Ärger bekommt. Maxime (11), Andrija (12), Adnan (14) und Sewar (14) überlegen, wo man im Bezirk gut abhängen kann.

Von Mazedonisch über Ido, Türkisch, Somali, Serbisch bis Deutsch – die Sprachkompetenzen der Jugendlichen sind so vielfältig wie ihre Interessen. Die meisten sind in Wien geboren und gehen in umliegende Schulen.

Was ihnen zu Floridsdorf einfällt? Jugendzentrum, Falafel, Döner, Skateboard und Donau. Sie verbringen gerne Zeit in der Franklinstraße, im Skaterpark, am Kinzerplatz – und auch der Franz-Jonas-Platz ist ein beliebter Treffpunk


Mit der Mobilen Jugendarbeit unterwegs ...

Wir treffen Martina vom FloDo und sind mit Wolfi unterwegs, der von Hamza interviewt wird …


Unterwegs mit der mobilen Jugendarbeit

Gehweg zwischen der Ubahn-Linie U6 und einer Parkanlage.
Mit der „Mobilen Jugendarbeit" unterwegs in Floridsdorf. (© GB*/Jonathan Panhofer)

Die „Mobile Jugendarbeit“ will mit Jugendlichen ins Gespräch kommen und ihnen ein offenes Ohr und Beratung anbieten. So führt eine abendliche Streetwork-Tour zur Bodenstedtgasse, an die Stege bei  der Alten Donau entlang zur „Grube“, wie der Freiligrathpark genannt wird. Martina und Wolfi suchen das Gespräch mit Jugendlichen, die den öffentlichen Raum nutzen. 
„Wir handeln nach den Regeln der Jugendlichen“, erzählen sie.

Heute plaudern sie mit Mateo (15) und seinen Freunden David und Gabriel. „Hier in Bahnhofs-Nähe ist mehr los als bei uns in der Siedlung“, sind sich die drei sicher. Ein Stück weiter auf einer Bank sitzen Aya (17) und Helin (18), denen es gefällt, dass sie sich hier in Ruhe unterhalten können. Neben der Abendschule und der Lehre verbringen sie ansonsten gerne ihre Freizeit an der Donau. „Kommt ihr mit zum Ausflug?“, fragt Martina. „Mal schauen“, kichern die beiden und strahlen mit der Abendsonne um die Wette.

„Wir geben den Jugendlichen 
den Raum, den sie verdienen.“ 


Die Geschichten zum Download!


Bühnengoldies - Theater kennt kein Alter!

5 Mitglieder der Bühnengoldies sitzen im Halbkreis und üben ihre Texte.
"Theater kennt kein Alter!" lautet das Motto der Bühnengoldies. (© GB*/Jonathan Panhofer)

Die Theatergruppe „Bühnengoldies“ betont gerne, dass sie „Goldies“ sind und keine „Oldies“. Entstanden im FSW-Tageszentrum, probt die liebenswerte Truppe unter der Leitung von Katharina „Nina“ Quintero seit Herbst 2024 im Jugendzentrum. Besonders vor Aufführungen wird viel geübt – und noch mehr gelacht.

Die Hobby-Schauspieler*innen beweisen, dass Theater keine Altersgrenzen kennt. Denn Horst ist mit seinen 91 Jahren ein ordentliches Stück älter als Neuzugang Tina (15). „Es tut gut, aktiv zu sein!“, sind sich die Bühnengoldies sicher. Evi, Herta, Christine, Gerti und die anderen gehen sehr wertschätzend miteinander um – denn Schauspielen verbindet!

Horst, gelernter Schriftsetzer, lebt bereits seit 1967 in Floridsdorf. „Mein Herz schlägt 1210, weil ich hier so eine schöne gemeinsame Zeit mit meiner Familie hatte“, berichtet er. Nach privaten Schicksalsschlägen – dem Tod seines Sohnes und seiner Ehefrau – fiel er in ein tiefes Loch. Sein Enkelsohn begleitete ihn ins Tageszentrum in der Bentheimstraße. Nina arbeitete dort und motivierte ihn und andere Pensionist*innen, Theater zu spielen. Neben Reime schreiben, bei „Bücher am Spitz“ in Büchern blättern und im Wasserpark spazieren gehen ist dies nun ein lieb gewonnenes Hobby.


Katharina „Nina“ Quintero erzählt ...

Wir treffen die Theatergruppe in ihrem Proberaum beim FloDo.


Ein Bezirk in Bewegung – und mitten drin die Bühnengoldies

Ein Herr in blauem Pullover liest seinen Text.
Die Theaterspieler*innen betonen gerne, dass sie „Goldies“ sind und keine „Oldies“ (© GB*/Jonathan Panhofer)

Was die Bühnengoldies fit hält? Eine positive Einstellung und – wie Horst meint – „viel Bewegung und nur ab und zu ein Glas Wein.“ Es wird viel gebaut in Floridsdorf, das verändert den Bezirk. Aber im Neuen findet auch Altbekanntes Platz, wie die Theatergruppe im neuen, barrierefrei zugänglichen Jugendzentrum. Gemeinsam wird in Erinnerungen geschwelgt, dort, wo früher eine Schiffswerft, Gärten mit Marillen- und Nussbäumen waren.

So aufgeblüht wie die Bäume sind die Bühnengoldies bei ihren beiden Vorführungen auf der Bühne des Pfarrsaals der Kirche Cyrill und Method in Stammersdorf, als hunderte Zuschauer*innen vom Charme der Gruppe begeistert waren. „Das auf der Bühne stehen taugt mir, und die Erfolgserlebnisse und der Spaß mit den anderen geben mir Kraft“, erzählt Horst lächelnd.

„Floridsdorf ist Stadt geworden, aber Dorf geblieben."


  • Badestege an der Oberen Alten Donau. Zu sehen sind Menschen, die schwimmen oder die Abendsonne genießen.
  • Im Mehrzweckraum üben zwei Jugendliche ihre TikTok-Dancemoves.
  • Die Schauspieler*innen proben zusammen im Mehrzweckraum des Musikschule vor einem großen Spiegel.

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