Thaliastraße NEU
Visionen für eine "Zukunftsstraße"

Zeichnung einer Straßenansicht in Schwarz-Weiß, rosa und blau
© GB* / Martine Claus

Die Thaliastraße ist Ottakrings zentrale und bedeutendste Einkaufsstraße und wird intensiv genutzt. Die Straße wird ab 2021 auf Initiative der Bezirksvorstehung in mehreren Bauphasen erneuert. Im Vorfeld organisierte unser GB*-Team im 16. Bezirk einen Beteilgungsprozess für Ideen, Anregungen und Wünsche an die "neue Straße".

BewohnerInnen, StraßennutzerInnen und Geschäftsleute waren von April bis September eingeladen, Ideen, Wünsche und Vorstellungen zur Neugestaltung bei uns einzubringen und zu deponieren.

Aufgrund der Corona-Pandemie setzten wir im Beteiligungsverfahren unterschiedliche digitale Formate ein, wie z.B. einen umfangreichen mehrsprachigen Online-Fragebogen und einen, ebenfalls mehrsprachigen, Online-Ideenbriefkasten. Zahlreiche AnrainerInnen, StraßennutzerInnen und Geschäftstreibende nutzten unsere Beteiligungsangebote und brachten ihre Anregungen ein.


Mitreden, mitgestalten: Das wünschen sich die AnrainerInnen!

Die Beteiligung zeigt, dass es viele unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen zur Thaliastraße gibt. Aus den Ergebnissen kristallisieren sich einige Schwerpunktthemen heraus, die als grundlegend für die weitere Planung angesehen werden können.

Mehr Grün für eine kühle Straße

81 % der StraßennutzerInnen, die am Beteiligungsverfahren teilgenommen haben, empfinden die Thaliastraße im Sommer als zu heiß. Der Wunsch nach mehr Grün im Straßenraum ist unumstritten:

Blick entlang einer Straße gesäumt von Gründerzeithäusern. Am Straßenrand parkt ein gelber LKW mit der Aufschrift "Ottakringer"
Der Thaliastraße fehlt es an Grün. (© GB* / Maja-Iskra Vilotijevic)
  • 90 % der Teilnehmenden wünschen sich mehr Bäume; 84 % meinen, dass zusätzliche Grünelemente dazu beitragen, die Aufenthaltsqualität nachhaltig zu verbessern.
  • Auch Oberflächen, in denen Regenwasser versickern kann, schattige Sitzmöglichkeiten, begrünte Fassaden und Trinkbrunnen sind weitere Gestaltungselemente, die sich die Mehrheit der Befragten wünscht.

"Das ist DIE Chance, die Thaliastraße für die nächste Generation zu gestalten - und zwar klima- und umweltgerecht", so eine Befragungsteilnehmerin.

Mehr Aufenthaltsqualität vor Ort

  • 67 %  der Befragten wünschen sich mehr Sitzgelegenheiten entlang der Thaliastraße;        55 % votieren für hochwertige Bodenbeläge.
  • Auch Spielelemente für Kinder werden von 54 %  befürwortet.
  • Vor Ort soll es mehr Platz zum Verweilen geben - vor allem der Wunsch nach konsumfreien Zonen ist groß. 
  • Die Sitzgelegenheiten sollten beschattet und teils überdacht sein, die Pflasterungen hell und eben, um eine angenehme und barrierefreie Fortbewegung zu gewährleisten.

„Besonders der Zugang zum Brunnenmarkt sollte offener, weiträumiger und grüner gestaltet werden. Hier wären auch beschattete Verweilmöglichkeiten wichtig", so ein Anrainer.

Weniger Autoverkehr, mehr Sicherheit

Eine umfassende Verkehrsberuhigung ist bei vielen Teilnehmenden Thema. Der Wunsch nach weniger Lärm, weniger Emissionen und mehr Verkehrssicherheit ist groß.

Blick entlang der Thaliastraße, gesäumt von Gründerzeithäusern in hellen Farben
Der Wunsch: Ein sicheres Vorankommen für alle VerkehrsteilnehmerInnen. (© GB*)
  • 76 % der Befragten wünschen sich mehr Platz zum Gehen,
  • 82 % möglichst barrierefreie Wege 
  • und 77 % sichere Querungsmöglichkeiten.

Fragt man die Menschen nach ihrer Vision für die Thaliastraße, wird oft das Tehma Begegnungs- oder FußgängerInnenzone genannt. 

  • 64 % der Befragten wünschen sich mehr Radabstellmöglichkeiten. 
  • Häufig genannt wird auch der Wunsch nach einem baulich getrennten Radweg sowie generell erhöhte Sicherheit für RadfahrerInnen.

„Die Thaliastraße muss gerecht unter den Verkehrsteilnehmer*innen aufgeteilt werden. 2/3 des Platzes gehört dem Auto, aber lediglich 1/3 fährt mit dem Auto. Der Rest ist umweltfreundlich zu Fuß, mit dem Rad oder der Bim unterwegs.“, so ein Befragungsteilnehmer.

Eine detaillierte Übersicht zu allen Beteiligungs-Ergebnissen finden Sie hier zum Download (PDF).


Das Interesse an der Mitgestaltung war groß!

  • 2180 Personen nutzen die Möglichkeit und gaben ihre Meinung mittels Online-Fragebogen in drei Sprachen ab.
  • 66 Nachrichten trudelten zusätzlich in unserem ebenfalls mehrsprachigen Ideenbriefkasten ein.
  • An den Live-Video-Chats nahmen insgesamt 411 ZuseherInnen teil.
  • Bei unseren Going Outs konnten wir persönliche Gespräche mit 73 Menschen führen.
  • Zusätzlich gabe es vor Ort 77 persönliche Gespräche mit Geschäftstreibenden.
  • 39 Personen brachten Anregungen mittels Telefon oder E-Mail ein.
Um einen Stehtisch mit Orange-weißen Schirm stehen mehrere Personen auf einem öffentlichen Platz im Sommer
Am Hofferplatz führten wir viele Gespräche mit PassantInnen. (© GB*)

Neben Online-Fragebogen und Ideenbriefkasten gab es noch weitere Möglichkeiten, sich zu beteiligen:

An fünf Terminen im April und Mai organisierten wir Live-Videochats mit ExpertInnen; hier konnten AnrainerInnen und andere Interessierte Fragen stellen und gemeinsam zu unterschiedlichen Themen diskutieren.

Im Juli und August führten wir an vier Terminen am Hofferplatz Gespräche mit PassantInnen über die Zukunft der Thaliastraße und freuten uns über zahlreiche Anregungen, die eingebracht wurden.


Wie geht es weiter?

  • Die Ergebnisse aus der Beteiligung, die wir bereits an die Bezirksvertretung und das zuständige Planungsbüro weitergegeben haben, sind eine wichtige Grundlage für die nun folgenden Planungen zur Neugestaltung.
  • Der 1. Abschnitt (Gürtel bis Feßtgasse) soll 2021 umgestaltet werden. 
  • Parallel dazu wird die Planung für die weiteren Abschnitte fortgesetzt.

Wir begleiten das Projekt auch weiterhin und informieren Sie zum Projektverlauf.
Online, telefonisch, per E-Mail oder in unserem GB*Stadtteilbüro in der Haberlgasse 76, 1160 Wien.