Stammersdorfer Kellergasse
Es geht aufwärts!


Die Stammersdorfer Kellergasse zählt neben Grinzing, Sievering oder Nußdorf zu den beliebtesten Heurigengegenden Wiens. In den zahlreichen Kellern und Buschenschanken heißt es „Ausg’steckt is“ und auf den beschaulichen Terrassen genießt man bei einem Glas Wein einen großartigen Blick über die Hauptstadt.

Gleichzeitig steht die Kellergasse städteplanerisch vor großen Herausforderungen:

  • Einerseits wurde durch die Verordnung einer flächendeckenden Schutzzone das Ensemble „Stammersdorfer Kellergasse“ bereits geschützt und damit ihr charakteristisches Erscheinungsbild erhalten.
  • Auch die Widmung als Wald- und Wiesengürtel bewahrt die Struktur der Kellergasse.
  • Andererseits wird der gepflasterte Hohlweg stark vom Durchzugsverkehr befahren.

Daher ist Bezirksvorsteher Georg Papai gemeinsam mit der Gebietsbetreuung Stadterneuerung tätig geworden: In Abstimmung mit den örtlichen Eigentümer*innen und lokalen Gewerbetreibenden sowie den städtischen Dienststellen sollen Schritt für Schritt Verbesserungsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.


Was bisher geschah

Das GB*-Team bei Vor-Ort-Analysen, um mögliche Handlungsspielräume zu erörtern. (© GB*)

Im Sommer 2021 startete das GB*-Team damit, die gegebenen Rahmenbedingungen zu untersuchen. Darauf aufbauend erhielten 183 Eigentümer*innen, lokale Unternehmer*innen, landwirtschaftliche Bewirtschafter*innen sowie Pächter*innen in der Kellergasse einen Fragebogen um Interessen, Vorschläge und Ideen zu bekunden. Der Rücklauf dieser Befragung war überdurchschnittlich hoch. Viele Teilnehmer*innen sind sehr daran interessiert, am Veränderungsprozess mitzuwirken.

Im Oktober führten wir vertiefende Interviews und fragten bei einer Straßenumfrage diverse Nutzer*innen nach deren Vorstellungen und Bedürfnissen - wie z.B. Erholungssuchende, Sporttreibende oder Kund*innen.


Gemeinsame Lösungen finden, Visionen umsetzen

Die Stimmungslage zeigt: Es herrscht viel Konsens darüber, was die Kellergasse ist und braucht. Viele Befragte sprachen sich dafür aus, den Verkehr zu entschleunigen und die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Ein Anrainer bringt es auf den Punkt:

„Bitte schaut, dass die Leute hier wieder gemütlich durchspazieren können!“

Einige denken also sofort an eine laute, enge, unsichere und stark beanspruchte Durchzugsstraße, die es zu beruhigen gilt.
 

Vor allem die Verkehrsorganisation ist ein Knackpunkt. (© GB*)

Andere assoziieren die Achse mit traditioneller Weinproduktion, kleinen Familienbetrieben und als Ort gemeinsamer Feste und Feiern – und wünschen sich mehr Zusammenarbeit vor Ort. 

Neben neuen Freiräumen für die Direktvermarktung und den Ab-Hof-Verkauf sehnen sich viele danach, dass man die traditionelle Heurigen- und Weinkultur besser erleben kann. 

Eine Befragte forderte etwa:

„Die Erreichbarkeit, die Ruhe, die Nostalgie, die Natürlichkeit, eine gute Kombination aus Alt und Neu. Keine zu starke Modernisierung. Altes neu beleben!“

Da die Auswertung verschiedene Interessen offenbart, lautet die Aufgabe nun, gute Kompromisse zu finden und Ziele zu klären. Erste Planungsvorschläge werden auf Basis der erfolgten Vorarbeiten erarbeitet. 


Dialog und Austausch in der Planungswerkstatt

Bedürfnisse und Planungsvarianten wurden diskutiert. (© GB*)

Das Interesse am aktiven Mitwirken am Veränderungsprozess ist groß. Das zeigte auch die Planungswerkstatt Ende März 2022: Ca. 40 Anrainer*innen der Kellergasse brachten viele konstruktive Ideen ein, teilten ihr Wissen und diskutierten ihre Interessen.

Es zeigte sich dabei eine klare Präferenz für eine Verkehrsvariante, die den Durchzugsverkehr wesentlich reduziert, dabei aber die Erreichbarkeit gewährleistet. Die Dienststellen der Stadt Wien erarbeiten nun die Details, eine Umsetzung soll bald erfolgen.

Neben der Entschleunigung stehen auch viele andere Ideen im Raum:

  • Eine Exkursion zu anderen Kellergassen soll für Austausch und Inspiration sorgen.
  • Man möchte einen Stammtisch initiieren, um untereinander regelmäßig im Dialog zu bleiben.
  • Auch über die Entwicklung einer gemeinsamen Marke für die Kellergasse und ihre Produkte wird nachgedacht.

Eine Ausstellung informiert!

Die Ausstellung macht den Beteiligungs- und Planungsprozess transparent. (© GB*)

Bei der Planungswerkstatt präsentierte die GB* auch eine Info-Ausstellung zu Vergangenheit und Zukunft der Kellergasse. Diese ist nun im GB*Stadtteilbüro im Schlingerhof bis Ende Mai 2022 zu sehen.

 

Sabine Gehmayr, Leiterin der GB*, freut sich auf den weiteren Prozess, denn das Klima in der Kellergasse ist sehr konstruktiv:

„Danke an alle, die sich bisher eingebracht haben! Natürlich wird es auch weiterhin möglich sein, sich am Prozess zu beteiligen. Wir freuen uns darauf, gemeinsam an den vielen guten Ideen weiterzuarbeiten.“