Auf gute Nachbarschaft mit Fledermäusen!

Vorsicht Winterruhe! Fledermäuse brauchen störungsfreie Quartiere, denn sie sind, besonders im Winterschlaf, sehr störanfällig. (© Nenad Milosevic)


Wien ist „Fledermausstadt“. Ganze 22 von 28 in Österreich verbreiteten Arten sind hier heimisch. Die nachtaktiven Flugkünstler sind unsere Nachbarn, Mitbewohner und Untermieter. Als Teil unseres gemeinsamen Ökosystems Stadt verdienen Sie unsere Aufmerksamkeit und Unterstützung. Denn – obwohl streng geschützt – sind unsere kleinen Nachbarn bedroht, weil ihre Lebensräume schwinden.

Die Stadt bietet allen genügend Platz!

Fledermäuse sind Säugetiere und Leichtgewichte in dieser Gruppe. Neben Flughunden sind sie die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. (© Chris Unger)

Fledermäuse fühlen sich dort zuhause, wo es alte Bäume, alte Häuser mit großen Dachböden, Spalten und Höhlen sowie ein reiches Angebot an Insekten gibt.

In Wien finden die fliegenden Säugetiere z.B. im Wienerwald, in den ehemaligen Auen und in großen Garten- und Parkanlagen ideale Bedingungen vor – und auch in Gebäuden der Innenstadt. Doch wo vorher Ritzen und Gebäudespalten Zuflucht und Quartier geboten haben, wird heute häufig unbedacht saniert und so wichtiger Lebensraum vernichtet. 

Es gibt Maßnahmen die helfen, die Lebensbedingungen von Fledermäusen zu verbessern und damit den Fledermausbestand in Wien zu schützen. Und wir alle können einen Beitrag dazu leisten!

Was hilft den Fledermäusen?

Schutzmaßnahmen

  • Schaffen Sie naturnahe Strukturen im Garten! Das fördert den Reichtum an Insekten und anderen Kleintieren und Fledermaus finden ausreichend Nahrung auf ihren nächtlichen Ausflügen.
  • Gehölze im Garten sind willkommene Schattenspender im Sommer. Fledermäuse finden in alten Bäumen geeignete Quartiere. Hecken dienen als Orientierungshilfe und Nahrungsraum.
  • Auch blütenreiche Wiesen im Garten locken allerlei Insekten an. Es reicht, einen Teil des Rasens nur ein- bis zweimal im Jahr zu mähen und eine Blumenwiesenmischung einzusäen. Ein Teich im Garten sichert Fledermäusen ebenfalls ein reiches Nahrungsangebot.
  • Wer Tiere liebt, verzichtet auf den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln im Garten. Diese vergiften die Nahrung der Fledermäuse. 
  • Verzichten Sie auf Fliegenfänger im Garten. Auch diese scheinbar ungefährlichen Materialien können für Fledermäuse Gefahren darstellen.
  • Bitte stören Sie Fledermäuse nicht in ihren Quartieren. Besonders im Winter kostet ein Aufwachen aus dem Winterschlaf die Tiere überlebensnotwendige Energie.
  • Erhalten Sie offeneDachstühle und Gebäudeverschalungen, damit Fledermäuse weiterhin einfliegen können. Verwenden Sie keine giftigen Holzschutzmittel für Dachstühle und Verschalungen.
  • Schaffen Sie im Zuge eines Umbaus neue Quartiere.
  • GeplanteRenovierungen von Gebäuden, an denen es Fledermausquartiere gibt, oder an denen Fledermausquartiere vermutet werden, dürfen Sie nur in Abstimmung mit der Wiener Umweltschutzabteilung durchführen. Fledermausquartiere zu zerstören, ist gesetzlich verboten.

Quelle: Wiener Umweltschutzabteilung

Quartier gesucht!

Fledermaus-Ersatzquartier an einer Hausfassade in Hernals. (© Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22))

Nicht überall sind ausreichend Quartiere für Fledermäuse vorhanden. Wer den kleinen Nachtschwärmern bei der Wohnungssuche helfen will, kann das mit fertigen oder selbstgebauten Fledermauskästen tun. Anleitungen zum Selberbauen gibts online, z.B. hier.

Auch das Freilassen von Einflugspalten bei Hausverschalungen ist für die Tiere eine freundliche Einladung. 

In der Waldschule Ottakring können Maßnahmen zur Förderung von Fledermäusen an Gebäuden besichtigt werden.

Mehr Infos:
Fledermäuse in Wien
Fledermausschutz
Baumaßnahmen für Wildtiere


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