Kati - Passion für Kompost
Gartengespräch

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Wenn Kati, Mitgründerin des Matznergartens, ihre Runden durch den Garten dreht, dann kennt sie nicht nur jede Pflanze, sondern bleibt immer wieder stehen und grüßt MitgärtnerInnen und PassantInnen.

In ihren Erzählungen schwingen nicht nur Stolz, sondern auch ein enormes Wissen mit. Keine Blüte, kein Kraut, das sie nicht zuzuordnen weiß. Dass die Vereinsgemeinschaft heute genauso facettenreich wie der Garten selbst ist, hat sie bei der Gründung vor vier Jahren nicht gedacht.

Von der Liebe zu Kompost zum Gemeinschaftsgarten

Nachbarschaftsgärtnerin Kati
Nachbarschaftsgärtnerin Kati schwärmt vom Matznergarten. (© GB* / Dutkowski)

Kompost-Kati. Was auf den ersten Blick nach einem nicht sehr schmeichelhaften Spitznamen klingt, beschreibt die Mit-Initiatorin des Gartens eigentlich sehr gut. Denn am Anfang stand tatsächlich ihre Passion für das Thema Kompost. Auch jetzt leuchten Katis Augen, wenn sie von den verschiedenen Arten des Komposts spricht.

Im Matznergarten hat der angelegte große Komposthaufen vor allem eines gebracht: Ratten. Deswegen musste kurzerhand umgedacht werden und eine kleinere Version ziert jetzt den Garten: Bokashi-Kompost.

Der verbreitet zwar - je nachdem, wie der Wind gerade weht - einen strengen Geruch, tut aber den Pflanzen gut. Der Weg zum passenden Kompost war ein Lernprozess, wie so vieles, wenn man einen Gemeinschaftsgarten gründet.

„Man beschäftigt sich mehr mit Pflanzen, wenn man eigene hat. Da ist ein Gemeinschaftsgarten natürlich ein absoluter Lernplatz, wo man üben, lernen und auch zurückgeben kann.“ 

Sie muss es wissen, sie war schließlich von Anfang an dabei.

Mit harter Arbeit zum grünen Ziel

Was sich einfach anhört, war in der Praxis ein langer Weg. Eine passende Fläche musste gefunden, ein Wasseranschluss gelegt werden, Paletten, Werkzeug, Häuschen - all die liebevoll bemalten Beete, das Windrad, das gleich neben der kleinen Holztüre angebracht ist, und der Gemeinschaftstisch inmitten des Gartens stehen nicht zufällig an ihrem Platz.

Nachbarschaftsgarten Matznergarten in Penzing
Matznergarten: Der erste Nachbarschaftsgarten Penzings. (© GB* / Dutkowski)

Viel harte Arbeit steckt in der kleinen Penzinger Erholungsoase. Der hüfthohe Zaun, der den Garten umrandet, war nicht nur körperliche Arbeit, sondern hat auch für Kontroversen innerhalb des Vereins gesorgt.

Die einen meinten, es ist eine unangebrachte optische Abgrenzung zur Umgebung, die anderen empfanden es als notwendige Maßnahme.

Den Garten erhalten und zum Blühen bringen

Nachbarschaftsgarten Matznergarten
Das Tor des Nachbarschaftsgarten steht meistens offen. (© GB* / Dutkowski)

„Wir haben uns dann auf einen Kompromiss geeinigt und gesagt, wir machen einen hüfthohen Zaun, über den man locker drüber steigen kann, mit einem Gartentor, das immer offen ist. Aber der Garten braucht eine Umfriedung. Seit wir den Zaun haben, wird nichts mehr zusammengetreten. Wir haben am Zaun extra Pflanzen gepflanzt wie die Brombeere und die Tomate, damit sich die Leute von draußen etwas nehmen können und nicht in den Garten hineinmüssen und sich was aus den Beeten nehmen“, klärt Kati über die Zaunlösung auf.

Die Idee ging auf und der Zaun wird von der Gemeinschaft nun nicht als Abgrenzung, sondern schlicht und einfach als Begrenzung gesehen, die den Respekt und die Wertschätzung fördert.

„Wir sind eine Menschengruppe -
das heißt,
es menschelt schon mal.“

Um immer zu einem Konsens zu kommen, den Zusammenhalt zu stärken und zu garantieren, dass alle up-to-date sind, gibt es einmal im Monat ein Vereinstreffen. Dort wird dann auch schon mal diskutiert: Soll man den Garten öffnen und noch mehr Mitglieder hereinholen? Oder soll man die Leute stützen, die bereits ein Beet haben und sich auskennen? Alle Entscheidungen werden hier demokratisch gefällt.

„Was Gemeinschaft trägt, ist ein gemeinsames Ziel, das schweißt eine Gemeinschaft zusammen: Den Garten zu erhalten, ihn schöner zu machen und zum Blühen zu bringen. Was so schön ist am Garten, man trifft die unterschiedlichsten Leute, mit denen man sonst nicht ins Gespräch kommt.“

Kommunikations-Hotspot Matznergarten

Saftiges Grün im Nachbarschaftsgarten Matznergarten
Der Gießplan sorgt dafür, dass der Nachbarschaftsgarten Matznergarten immer saftig Grün ausschaut. (© GB* / Dutkowski)

Gespräche werden nicht nur innerhalb der Gemeinschaft geführt, sondern über den Zaun hinaus. Kati berichtet von PassantInnen, die an den Blumen riechen und sich bedanken oder sich die eine oder andere Beere für den Heimweg pflücken. Oder von dem alten Ehepaar, das mit seinem Hund vorbeispaziert und diskutiert, wie man diese oder jene Pflanze behandelt.

Oft zu Besuch ist auch die Oma einer kurdischen Familie, die sich Malven abholt und mit Johanna - dem Gartenfreak in der Gemeinschaft - Deutsch übt. Diese vielen Begegnungen machen den Matznergarten für Kati aus. Wenn man ihr zuhört, wie sie über den Garten, die Pflanzen und die Gemeinschaft spricht, spürt man ihre Passion und wie stark ihr Herz an dem Projekt hängt, auch noch nach vier Jahren.