Sommerfrisch im Lichtental
Gemeinsam für ein klimafittes Grätzel

© GB*


Die Sommer in Wien werden heißer, Anpassungen an den Klimawandel sind überall gefragt. Auch auf Grätzelebene lassen sich kühlende Maßnahmen umsetzen. Was es dazu braucht? Eine Analyse der Ausgangssituation, Informationsaustausch und Bewusstseinsbildung. Und Ziele, die sich gemeinsam verwirklichen lassen. Am Beispiel Lichtental im 9. Bezirk zeigen wir, wie's geht.

Das Lichtental liegt im 9. Bezirk und erstreckt sich vom Donaukanal bis zu Nußdorfer Straße und von der Alserbachstraße bis zur Nordberg Brücke. Ein Stadtteil und eine Umgebung, wo sich seit Jahren baulich einiges tut: Die Wirtschaftsuniversität ist weggezogen, das Kolpinghaus wird neu errichtet und der Franz-Josefs-Bahnhof wird in den nächsten Jahren zum „Althan Quartier“ umgebaut.

Bei der Anpassung an den Klimawandel gibts eindeutig Aufholbedarf. An mehreren Orten lassen sich Hitzeinseln – sogenannte „urban heat islands“ - ausmachen. Und laut Urban Heat Islands-Strategieplan der Stadt Wien werden die sommerlichen Temperaturen weiter ansteigen.

Grund genug für unser GB*-Team, sich das Lichtental genau anzusehen!


Vor Ort unterwegs

Wo wirds im Sommer besonders heiß? Wo gibts Handlungs- und Verbesserungsbedarf? Wo Potentiale für Begrünung und klimaschonende Maßnahmen? 

Zwei Personenstehen bei einem lastenrad mit gelbem Sonnenschirm und reden
"Sommerfrisch" im Lichtental. Mobile Beratung via Lastend - direkt vor Ort. (© GB*)

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, sind wir im Sommer 2021 im Grätzel unterwegs und reden mit vielen Bewohner*innen. 

Wir organisieren eine „Sommerfrisch-Tour“ und fragen nach, „wo's besonders heiß ist und wo es sich gut abkühlen lässt?“. Später gestalten wir dazu eine „Karte mit kühlen Orten im Lichtental“

Wir informieren die Bewohner*innen des Lichtentals zu Garteln ums Eck, spüren versiegelte Innenhöfe auf und reden mit Hauseigentümer*innen über geförderte Hof- und Fassadenbegrünungen.

Klimafittes Grätzel - so gehts!

Dabei entdecken wir eine ganze Reihe an Möglichkeiten, die das Lichtental klimafit machen können!

  • Zusätzliche Möbel, wie Bänke oder Trinkbrunnen könnten im öffentlichen Raum aufgestellt werden. Das hebt die Aufenthaltsqualität – vor allem für Kindern und ältere Personen. 
     
  • Versiegelte Flächen könnten aufgebrochen und/oder beschattet, kleinere Flächen zu einer großen grünen Fläche zusammengeführt werden. Das kühlt! 
     
  • Mehr Bäume, mehr begrünte Innenhöfe und begrünte Fassaden würden sich anbieten. Dafür gibts viel Platz im Lichtental und das Mikroklima dankt!
     
  • Wegenetze könnten verbessert werden. Für eine klimafreundliche Mobilität – zu Fuß oder mit dem Rad. 

Bei uns kommen die Expert*innen zu Wort!

Ein Mann schreibt etwas mit einem Kugelschreiber auf einen Stadtplan
© GB*

Das sind die Menschen, die im Lichtental wohnen, arbeiten und die Freiräume nutzen. Denn sie wissen am besten über ihr Grätzel Bescheid. 

Die wichtigsten Ergebnisse unserer Vor-Ort-Befragung:

  • Viele Befragte leben sehr gern im Lichtental. Geschätzt wird die dörfliche Struktur und das unaufgeregte, höfliche Miteinander.
  • Als sehr positiv bewertet werden: Die zentrale Lage des Grätzels innerhalb Wiens, die gute Erreichbarkeit der inneren Stadt und die ideale öffentliche Verkehrsanbindung.
  • Die ärztliche Infrastruktur wird als hervorragend beschrieben.
  • Viele Befragte wünschen sich, dass der Franz-Josefs-Bahnhof allgemein attraktiviert wird, sowie neue Geschäfte und konsumfreie Aufenthaltsorte. Die Gestaltung mit Grünelementen und die fußläufige Durchlässigkeit des Geländes stehen ganz oben auf der Wunschliste.
  • Kühle Orte finden die Bewohner*innen vor allem am Donaukanal, am Sobieskiplatz, im Lichtentaler Park und im Liechtensteinpark.