Kauergasse
Vom Schulprojekt zur Umgestaltung

SchülerInnen und Lehrpersonal vor der WMS Kauergasse
SchülerInnen und Lehrpersonal der WMS Kauergasse feiern ihr Projekt. (© GB* / Dutkowski)

Die Wiener Mittelschule (WMS) Kauergasse bekommt noch heuer ein neues Schulvorfeld. Das Schöne daran: Ideen und Wünsche für die Umgestaltung haben wir gemeinsam mit den SchülerInnen und LehrerInnen in Workshops, Diskussionsrunden und im Zuge von Interventionen im öffentlichen Raum spielerisch erarbeitet. Pünktlich zum Schulstart im Herbst 2019 soll der Umbau fertig sein!

Die grundlegende Frage für den Beteiligungsprozess lautete dabei: „Wie können die Kauergasse und der Schulvorplatz offener, freundlicher und sicherer gestaltet werden?“ 

Kauergasse - Powergasse!

Kauergasse vor dem Umbau
Die Kauergasse im 15. Bezirk - vor dem Umbau. (© GB* / Dutkowski)

Den Ausschlag für die Beteiligung gab ein Schulprojekt, bei dem sich die SchülerInnen mit der eigenen Wohnsituation und ihren Lieblingsorten im 15. Bezirk beschäftigten. Im Zuge des Projekts gabs auch viele Ideen für die Nutzung bzw. Umgestaltung des Bereichs vor der Schule und Kauergasse.

Mit dem Ergebnis, dass sich Bezirksvorstehung und Verantwortliche der WMS Kauergasse dazu entschlossen, ein Beteiligungsprojekt umzusetzen, das von uns organisiert und begleitet wurde.

 

Ideenwerkstatt, Expedition und Stadtlabor

Damit aus Ideen und Wünschen umsetzbare Ziele werden, braucht es viele kleine Schritte - zum Beispiel geeignete Mitmachformate, in denen sich alle einbringen können.

Zum Projektstart initiierten wir eine Ideenwerkstatt wo - wie der Name schon sagt - zahlreiche Vorschläge für die Umgestaltung gesammelt, von den SchülerInnen präsentiert und ausgiebig diskutiert wurden. Bei einer Expedition wurden Kauergasse und Schulvorfeld gründlich erkundet, beim Stadtlabor waren alle eingeladen, das Schulvorfeld einmal ganz anders zu nutzen.

Ideenwerkstatt

Startschuss war die Ideenwerkstatt: Die SchülerInnen hielten ihre Wünsche und Ideen auf Zeichnungen und Collagen fest. So bekamen die GB*-ExpertInnen einen Eindruck der verschiedenen Anliegen.

„Der Vorplatz soll nicht nur ein Ort für kurze Pausen sein! Er soll die SchülerInnen einladen dort ihre Freizeit zu verbringen, Freunde zu treffen und Platz für schulische Aktivitäten, wie zum Beispiel einen Tanzkurs ermöglichen. Der jetzige Schulvorhof wird den Anforderungen nicht gerecht“, meinte Direktorin Marion Serdaroglu-Ramsmeier.

Das Schulvorfeld soll offener, freundlicher, besser nutzbar und neu möbliert werden.

Die Kinder und Jugendlichen meinten: „Von der ganzen Schule ist der größte Wunsch, dass wir draußen, vor der Schule am Vorplatz Sitzmöglichkeiten haben. Also Tische, Bänke, eine Baum-Sitzbank oder ähnliches. Egal was, aber wir brauchen was zum Sitzen, sonst sitzen wir am Boden. Neue Schüler sollen beeindruckt sein, wenn sie den stylishen Vorplatz sehen!“

SchülerInnen der WMS Kauergasse präsentieren ihre Ideen.
SchülerInnen der WMS Kauergasse präsentieren ihre Ideen. (© GB* / Dutkowski)
Schulworkshop
SchülerInnen der WMS Kauergasse präsentieren ihre Ideen. (© GB* / Dutkowski)
Ideenwerkstatt
Lebendige Diskussionen bei der Ideenwerkstatt. (© GB*)
Schulworkshop
Wünsche und Ideen werden sofort verortet. (© GB* / Dutkowski)

Expedition Kauergasse

An einem Vormittag begaben wir uns mit den SchülerInnen auf Expedition durch die gesamte Kauergasse und zum Schluss in den Vorhof beim Eingang zur Schule. Dort konnten die SchülerInnen auf vorbereiteten Plänen und Tafeln Orte markieren, die ihnen gefallen bzw. nicht gefallen oder die für sie gefährlich sind. Direkt an den markierten Stellen haben wir uns die Einschätzung der Kinder und Jugendlichen angehört:

  • Expedition Kauergasse
  • Expedition Kauergasse
  • Expedition Kauergasse
  • Expedition Kauergasse
  • Expedition Kauergasse
  • Expedition Kauergasse
  • Expedition Kauergasse
  • Expedition Kauergasse
  • Expedition Kauergasse
  • Expedition Kauergasse
  • Expedition Kauergasse

Stadtlabor

An einem sonnigen Mittwoch fand das „Stadtlabor Kauergasse“ statt: Dazu wurde die Kauergasse vor der Mittelschule gesperrt, um sie mit den SchülerInnen und LehrerInnen für einen Tag anders als üblich zu verwenden. Ziel war es zu zeigen, dass der Raum vor der Schule mehr kann und das auch gleich auszuprobieren: von spielerischer Nutzung der Straße bis zum Unterricht im Freien!

Gemeinsam mit der WMS Kauergasse wurde überlegt, was die Kinder und Jugendlichen in der gesperrten Gasse alles machen könnten. Dabei wurden auch einige Ideen der SchülerInnen aus dem ersten Schulworkshop berücksichtigt. Das Projektteam erstellte daraus ein Programm für das „Stadtlabor“ und lud viele Bekannte und Freunde aus dem Grätzel rund um die Kauergasse zum Mitmachen ein.

  • Die Galerie Improper Walls aus der Reindorfgasse gestaltete einen Graffiti-Workshop mit dem Künstler SKIRLDiese Einheiten in Bildnerischer Erziehung im Freien waren bei den Jugendlichen besonders begehrt!
  • Auch bei den gewünschten Sitzgelegenheiten vor der Schule wurde ein erster Schritt gesetzt: Gemeinsam mit der Werkstadt 15 von Kurt Tanner entstanden bei einem Möbelbauworkshop eine Sitzbank und eine Sitz-Plattform aus Holz. Ganz praktischer Werkunterricht mit Sägen, Bohren, Hämmern und Schleifen!
  • Die WMS Kauergasse nutzte die gesperrte Gasse und verlegte auch die eine oder andere Turnstunde nach draußen: Auf dicken Turnmatten fand ein spektakuläres Akrobatik-Programm statt. 
  • Auch Musikerziehung fand im „Stadtlabor“ anders als sonst statt: Cedrick vom „House of Bandits“ – einem kreativen Gemeinschaftsbüro gleich um die Ecke – lud SchülerInnen und MusiklehrerInnen zu einem Rap-Workshop ein. 
  • Der Workshop-Gruppe der Schule wurden erste Ideen für die Neugestaltung der Kauergasse vorgestellt, erklärt und die Verbesserungen direkt vor Ort ausprobiert. Mit Maßbändern wurden die derzeitigen Gehsteigbreiten vermessen und gezeigt, wie viel mehr Platz für die Kinder die neue Planung bringt!
  • Stadtlabor
  • Stadtlabor
  • Stadtlabor
  • Stadtlabor
  • Stadtlabor
  • Stadtlabor
  • Stadtlabor
  • Stadtlabor
  • Stadtlabor
  • Stadtlabor
  • Stadtlabor
  • Stadtlabor
  • Stadtlabor

Was ist bisher passiert?

Im Sommer 2017 wurde die Kauergasse umgebaut und die Arbeiten konnten rechtzeitig zu Schulbeginn fertig gestellt werden.

  • Ein breiter Gehsteig und ein Schutzweg über die Mariahilfer Straße sorgen nun für einen sicheren Schulweg.
  • Auch ein kleiner Platz, der gegenüber der Schule liegt, wurde errichtet und lädt zum Verweilen ein. Die Sitzbänke und ein Trinkbrunnen unter schattenspendenden Bäumen werden von SchülerInnen und BewohnerInnen der Umgebung zum Ausruhen, Treffen und Plaudern gerne genutzt.
Präsentation der Umbaupläne
Die Freude ist groß über die bald anstehenden Umbauarbeiten. (© GB*)
  •  Bei der Präsentation der Umbaupläne zeigten sich die SchülerInnenvertreter, PädagogInnen und die Direktorin begeistert - alle freuen sich schon auf die in Kürze beginnende Neugestaltung und "ihre" neue Kauergasse!

Uns so gehts weiter!

Im Frühling starten nun die Umbauarbeiten am Schulvorplatz. Dann wird aus dem engen Vorhof, den die SchülerInnen derzeit kaum nutzen können, ein offener Platz mit viel Aufenthaltsqualität. 

  • Damit geht auch einer der wichtigsten SchülerInnen-Wünsche in Erfüllung: Die trennende Mauer und die Hecke zwischen Gehsteig und Schulhof werden zur Gänze entfernt. Damit öffnet sich der neue Platz nach außen und wirkt viel einladender.
  • Der neue, helle Pflasterbelag soll einen freundlichen Eindruck vermitteln. Um die beiden bestehenden Bäume werden zwei Holzplattformen als Treffpunkt und "Chillout-Zone" zum Relaxen errichtet. 

  • Zwei Fahnenstangen und eine Infotafel sind sichtbare Zeichen, um der Schule mehr Präsenz und Informationsfläche im Straßenraum zu verleihen. 

  • Neben neuen Radbügeln zum Abstellen der Fahrräder wurde auch eine Lösung für die Müllcontainer am Platz gefunden. Diese verschwinden unter einer kleinen Einhausung mit Gründach, die zusätzlich mit Kletterpflanzen begrünt wird.

Der Umbau beginnt im Frühling
Beim Umbau werden Zaun und Hecke entfernt. (© GB* / Dutkowski)
Innenhof vor dem Umbau
Hier wird es gemütlicher mit mehr zum Platz zum Sitzen und Plaudern. (© GB* )