Grätzelsterne
Gemeinsam für ein leiwandes Wien

Als Gebietsbetreuungen Stadterneuerung sind wir mittendrin im Grätzelgeschehen. Tagtäglich sehen und erleben wir, wie kleinere und größere "G'schichtn" das Miteinander in unserer Stadt ein bisschen besser und einfach schöner machen. Grätzelsterne, die oft unbemerkt vor sich hinfunkeln und entdeckt werden wollen.

Bis Weihnachten stellen wir euch einige dieser Grätzelsterne auf unserem Facebook-Channel und hier online vor. Ideen, Maßnahmen und Aktionen im Stadtteil, die auch in deiner Gegend positiv wirken und Wien zu dem machen, was es ist. Eine Stadt, in der wir gut und gerne wohnen.

Geben, nehmen, tauschen

Bring ein Buch, nimm ein Buch!

Den langen Winterabend mit einem guten Buch verbringen ist immer eine gute Idee! Doch was tun, wenn der Krimi ausgelesen, Buchhandel und Bücherei aber zu haben? Wie wärs mit einem Tauschgeschäft? Kontaktlos, versteht sich! Gelegenheit dazu offene Bücherschränke, wie etwa die ausrangierte Telefonzelle am Floridsdorfer Schlingermarkt.

Das Prinzip ist einfach: Bring ein Buch, und mach anderen damit eine Freude. Nimm ein Buch, wenn du neuen Lesestoff brauchst. Übrigens, der Bücherschrank am Schlingermarkt bräuchte etwas Bücher-Nachschub - vielleicht wohnst du ja in der Nähe? Alle Infos finden Sie hier.


Frühstück im Park



Frühstück im Park - eine private Initiative von BewohnerInnen aus Mariahilf.

Im Esterhazypark in Mariahilf wird von März bis Oktober immer mittwochs gemeinsam gefrühstückt. BewohnerInnen aus der Umgebung organisieren hier ein gesundes, stärkendes Frühstück für Menschen ohne Obdach/ Wohnung und NachbarInnen.

Frühstück im Park heißt die Privatinitiative. Und das einander Beistehen ist gerade in Zeiten, wo persönliche Treffen eingeschränkt sind, besonders wichtig. Normalerweise wäre jetzt Winterpause; doch FIP macht weiter und bietet jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat von 9 bis 10 Uhr Warmes zum Abholen.

Gefunden haben sich die ProjektinitiatorInnen bei der Ideenwerkstatt „Miteinander in Mariahilf“, die wir seit mehreren Jahren begleiten dürfen. Aus einer ersten Idee ist dieses so engagierte und verbindende Nachbarschaftsprojekt geworden. Wer interessiert ist, kann selbst mitmachen, ein Frühstück „hosten" oder das Projekt mit Spenden unterstützen. Alle Infos gibts hier.


Gemeinsam garteln mit Mehrwert

Garteln für die Nachbarschaft!

Vor drei Jahrzehnten haben BewohnerInnen im 2. Bezirk begonnen, kleine Flächen im öffentlichen Raum zu begrünen. Und so die Grundlage für unsere 2013 gestartete Initiative „Garteln ums Eck“ geschaffen. Die Saat ist aufgegangen: Heuer wurden bereits 1000 Baumscheiben wienweit begrünt.

Fürs „Baumscheibengärtern“ braucht es Ausdauer und Energie; die dem Wind und Wetter ausgesetzten Flächen im Straßenraum sind herausfordernd zu bepflanzen. Aber, wenn es wächst und blüht, hat sich die Mühe gelohnt und die Wirkung vervielfacht. Denn das Engagement einzelner motiviert auch andere dazu, sich einzusetzen: Für ein grüneres Wohnumfeld und die Nachbarschaft. Für mehr Stadtnatur und Umweltbewusstsein. Vielen Dank dafür!

Im Winter legt sich die Natur auch in den Baumscheiben schlafen, aber der nächste Frühling kommt bestimmt. Alle Infos zu "Garteln ums Eck" gibts hier. 


„Kjakk“

Die Dohle ist nach dem Wiener Naturschutzgesetz streng geschützt ist; das heißt, man darf sie weder töten, noch ihre Nist- und Ruheplätze zerstören. (© Rob Pumphrey)

Diesen „Grätzelstern“ widmen wir einem gefiederten, hoch intelligenten und in Wien streng geschützten Singvogel, der Dohle. Ihre „kjakk“-Rufe sind weithin hörbar; charakteristisch die hellblauen Augen und das grauschwarze Federkleid. Dohlen sind sehr ruffreudig und wahre Stimmimitatoren. Sie sind enorm lernfähig, vorsichtig neugierig, haben ein Zahlenverständnis bis sieben, merken sich Menschen und kooperieren im Schwarm. Sie verstecken Nahrung und versuchen Probleme aktiv zu lösen. 

In Städten brüten Dohlen in Mauerlöchern und Nischen von Gebäuden, Rauchfängen und Kirchtürmen; was Schutzmaßnahmen beim Wohnungsbau erfordert. In Wien nisten sie bevorzugt nördlich der Donau, z.B. in Neu Leopoldau - in den denkmalgeschützten Bestandsgebäuden am Gelände des ehemaligen Gaswerks. Hier ist seit den 1980er Jahren eine Dohlen-Kolonie mit 26 Brutpaaren ansässig. 

Auf unseren naturkundlichen Stadtteilmanagement-Touren durchs Gebiet erfahren Besucher*innen Wissenswertes zu den bemerkenswerten Vögeln. Mehr Infos zum Schutz der Dohlen gibt’s hier: www.umweltberatung.at/die-dohle.


„The older the violin, the sweeter the music”

Pantea hat 2015 in Wien ein neues Zuhause gefunden. (© Nerges Tabahi Panah)

Pantea haben wir vor zwei Jahren im Zuge unseres Zeitungsprojekts „LiebBlatt“ kennengelernt. Das Mädchen aus dem Iran fand 2015 im Haus Liebhartstal in Ottakring ein neues Zuhause.

In dieser Zeit begann Pantea mit dem Geige spielen. Sie übte auf einer alten Geige, die ihr von einem Mann gespendet wurde, der ebenfalls und damals im gleichen Alter wie Pantea aus dem Iran nach Wien gekommen war.

Viel ist seither passiert. Pantea spielt mittlerweile so gut Geige, dass ihr Traum, in einer Musikschule aufgenommen zu werden, wahr geworden ist. Einmal in der Woche geht sie zum Unterricht und spielt sogar schon in einem Orchester!

Die ganze Geschichte von der „alten Geige und einem neuen Zuhause“ gibt’s hier zum Nachlesen.


Gemeinsam sind wir mehr!

In der Garage Grande gehts gemeinsam zur Sache!

Stadtteilarbeit braucht tragfähige Netzwerke. Wir schätzen uns glücklich, in unserer Arbeit auf viele engagierte Menschen, Vereine, Institutionen, Unternehmen und Geschäftstreibende bauen zu können. Unser aller Ziel: Das Miteinander stärken und Wien noch lebenswerter gestalten.

Eine dieser tollen Kooperationen hat sich heuer mit Jugend am Werk in Ottakring ergeben. Deren praktische Berufsorientierung (PBO) ermöglicht es jungen Menschen, ihre Stärken und Talente in Form von Volontariaten in die Gesellschaft oder in die freie Wirtschaft einzubinden.

Michi, Verena, Mi Fong, Gerlinde, Rene, Nicole und Gerald haben uns jeden Donnerstag in der Garage Grande, unserem Zwischennutzungsprojekt in Ottakring, bei anfallenden Arbeiten tatkräftig unterstützt. Gemeinsam haben wir Hochbeete aus Paletten und Möbel aus Bierkisten gebaut, ausgemalt, Beete bepflanzt, Workshops organisiert und die ehemalige Parkgarage zu einem lebendigen Treffpunkt in der Nachbarschaft gemacht. Vielen Dank für diese großartige Hilfe!


Garteln mit Nebenwirkung

Im Einsatz für die Gesundheit: Dr. Hartl zeigt jungen Stadtbewohner*innen in Workshops, wie man Kräuter und Heilpflanzen nutzen und verwenden kann.

Im Stuwerviertel im 2. Bezirk wachsen und blühen vor der Rotundenapotheke wohlriechende Kräuter- und Heilpflanzen. Da gibt’s Pfefferminze, Salbei, Thymian, Lavendel und allerlei anderes zu entdecken. Gepflegt wird der „Kräutergarten“ im öffentlichen Raum von Doktor Alexander Hartl, dem Besitzer der Apotheke.

Doch das ist nicht alles. Jeden Frühling und Sommer nimmt sich Herr Hartl Zeit, die Kinder aus nahegelegenen Schulen und Kindergärten mit der Wirkung der verschiedenen Heilpflanzen vertraut zu machen. Zum Auftakt der Gartelsaison wird das Beet gemeinsam bepflanzt und erkundet, welches Kraut gegen welches Wehwehchen gewachsen ist. Hinweistafeln informieren über die Wirkung.

Sind die Pflanzen erntereif, geht’s in Workshops gemeinsam ans Tun. Da wird gehackt, umgerührt und destilliert und z.B. aus Pfefferminze ein kühlendes Minzöl und aromatische Minzschokolade gezaubert. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten Aktionen!


Schreiben fürs Grätzel

Die neue Ausgabe des Grätzlblattl ist da!

Echte Grätzel-News erfahren Bewohnerinnen und Bewohner des Volkert- und Aliiertenviertels im 2. Bezirk vierteljährlich aus dem kostenlos im Stadtteil erhältlichen „Grätzlblattl“. 

„Grätzlblattl“-Redakteurin Sissi Schamschula setzt sich schon gefühlt „ewig“ für das Miteinander und eine gute Nachbarschaft ein. Die ehemalige Schulärztin ist vielfach ehrenamtlich im Volkert- und Aliiertenviertel tätig. Daneben organisiert sie Pflanzentauschbörsen und gibt ihr Wissen gerne bei Kräuterführungen durch den im Nachbarschaftsgarten Samba weiter, ein weiteres Herzensprojekt von ihr. 

Wir freuen uns immer besonders, wenn wir Sissi persönlich im GB*Stadtteilbüro am Max-Winter-Platz antreffen – etwa, wenn sie uns einen Stapel der neuesten Grätzlblatt-Ausgabe vorbeibringt.