Veränderungen begleiten
GB*Stadtteilmanagement

In unserer Reihe "Gestatten, GB*" blicken wir ein bisschen hinter die Kulissen unserer Arbeit im Dienste der Wiener Stadterneuerung. Wir holen Mitglieder unserer Teams vor den Vorhang, präsentieren Themen, die uns am Herzen liegen und Projekte, die etwas bewirken. Im Kleinen und im Großen. 

Gestatten, das GB*-Team für die Bezirke 21 und 22

Wieviele Personen zählt euer GB*-Team?
Wir sind ein Team aus 17 Personen – mit einer breiten Palette an Ausbildungen. So sind wir bestens gewappnet für die vielfältigen Aufgaben unserer GB*-Arbeit!

Wie wird man eigentlich StadtteilmanagerIn?
Ganz einfach indem man sich bei den AuftragnehmerInnen der GB* fürs Stadtteilmanagement bewirbt. Eine Ausbildung in Architektur, Stadtplanung oder Sozialarbeit ist dabei hilfreich, grundsätzlich sollte man sehr gerne mit Menschen arbeiten und Freude an der Entwicklung von Stadträumen haben.

Was mögt ihr besonders an eurer Arbeit? Was weniger?
Das Spannendste an unserer Arbeit sind die Menschen auf die wir treffen, mit denen wir gemeinsam Formate für die Stadtteilentwicklung gestalten und umsetzen. Zu sehen wie Nachbarschaften entstehen, wie „unsere Projekte“ Teil eines Stadtteils werden und von den BewohnerInnen selbst weitergetragen werden ist einfach toll! Aber auch kritische Stimmen sind spannende Herausforderungen - Stadtteilentwicklung besteht nicht aus GewinnerInnen und VerliererInnen. Die Kunst ist hier einen möglichen Konsens zu finden, ein Miteinander, in dem wir nicht alle gleicher Meinung sein müssen.

Und was mögen wir weniger? Wenn der Kaffee ausgegangen ist, der Drucker streikt und unser Lastenrad einen Platten hat, die kleinen Übel des Alltags, die uns zum Innehalten zwingen …

Wie viele Jahre ist der/die "längstgediente" MitarbeiterIn dabei, wieviele der "neueste Zugang"?
Unser Team hat sich zu Jahresbeginn für diesen Auftrag neu zusammengefunden. Einige MitarbeiterInnen, wie z.B. Barbara Waldeck, haben aber bereits lange GB*-Erfahrung. Sie berät schon seit mehr als zehn Jahren zu wohnrechtlichen Fragen.

Magdalena Steffner hat im Sommer ein Praktikum bei uns gemacht. Sie findet den Kagraner Platz so spannend, dass sie ihre Bachelor-Arbeit darüber schreibt und bei uns in der GB* am Projekt mitarbeitet.

Wohin geht der nächste Betriebsurlaub?
New York, Rio, Tokio - oder doch in die Kellergasse in Stammersdorf? Wir sind uns im Team über das Ziel noch nicht einig und freuen uns über Tipps!

Seit diesem Jahr sind wir mit drei GB*Stadtteilmanagement-Standorten in Stadtentwicklungsgebieten vor Ort, wo Neues entsteht: im Donaufeld in Floridsdorf, in Neu Leopoldau und in der Berresgasse in der Donaustadt. Hier informieren wir die Menschen frühzeitig über die Veränderungen im Gebiet und tragen mit vielen Aktivitäten dazu bei, eine Brücke zwischen bestehendem Gebiet und neuem Stadtteil zu schlagen.

v.l.n.r.: Lisa Vlasak, Katharina Kirsch-Soriano da Silva, Claudia Kurz, Peter Kühnberger, Michaela Kaineder, Robert Temel, Sabine Gehmayr, René Ziegler, David Lemmerer, Felix Assmann, Eva Häfele, Magdalena Hubauer, Sandra Voser, Angela Salchegger, Kerstin Kropf, Magdalena Steffner, nicht im Bild: Barbara Waldeck, Katharina Fohringer (© GB*)

Wir haben die GB* gefragt ...

Was ist Stadtteilmanagement?
Stadtteilmanagement ist da, wo sich Stadt verändert, neue Herausforderungen auf bestehende und neue BewohnerInnen zukommen, neue Stadtviertel und Nachbarschaften entstehen.

Warum ist es so wichtig, die Menschen von Beginn an über Veränderungen zu informieren?
Städtebauliche Veränderungen im direkten Lebensumfeld sind für alle BewohnerInnen eine große Herausforderung, für viele klopft plötzlich die Stadt förmlich an ihr Gartentor. Unser Ziel ist es nicht nur zu informieren, sondern alle Beteiligten in die Veränderungsprozesse einzubinden und zu begleiten. Information und Transparenz von Anfang an sind die besten Mittel gegen unnötige Sorgen und lokale Gerüchte. Die Türen unserer Stadtteilmanagementbüros stehen offen und wir laden alle BewohnerInnen ein, sich gleich vor Ort zu informieren!

Wie knüpft ihr eure Kontakte im Stadtteil, wie bekommt ihr Zugang zu wichtigen "Playern" in der Umgebung?
Jeder Stadtteil hat seine eigene Geschichte, Dynamik und Player. Zugang zu den lokalen AkteurInnen bekommen wir, indem wir vor Ort und mit den Leuten in Kontakt sind. Neben unseren unmittelbaren NachbarInnen sind die lokalen MultiplikatorInnen unsere wichtigsten PartnerInnen in der Stadtteilarbeit. Gemeinsam gestalten wir z.B. eine Nachbarschaftswoche, bei der alle mitmachen - vom Jugendzentrum, über die lokale Gastronomie, die Hundeschule oder die Musikkapelle. Ein buntes Spiegelbild des lokalen Treibens, das uns ermöglicht, noch mehr Menschen vor Ort kennenzulernen.

Wer und was macht einen lebendigen Stadtteil aus, in dem man gerne lebt und arbeitet?
Ein lebendiger Stadtteil ist ein Ort, an dem sich Menschen begegnen, sich grüßen und Nachbarschaften entstehen - ein Ort, von dem seine BewohnerInnen sagen, dass sie hier zu Hause sind.

Ich möchte gerne "meinen Stadtteil" mitgestalten. Was kann ich tun? Wo treffe ich Gleichgesinnte?
Melden Sie sich einfach bei uns oder beim GB*Team in Ihrem Bezirk!Bei vielen unserer Projekte gibt es die Möglichkeit sich zu beteiligen. Wir vernetzen aber auch gerne mit lokalen Initiativen und engagierten BewohnerInnen.

Stadtteilmanagement-Team vor Baustelle mit Kränen.
Das Stadtteilmanagement-Team informiert vor Ort. (© GB*)

 

Stadtteilmanagement bezieht sich auf die Gegebenheiten und Entwicklungen vor Ort. Was erwartet die Menschen im Donaufeld, in Neu Leopoldau und in der Berresgasse?

Donaufeld
Für das Donaufeldgab es schon einen umfangreichen Beteiligungsprozess zur städtebaulichen Entwicklung. Im nächsten Jahr startet der Architekturwettbewerb für das östliche Donaufeld, dann gibt es konkrete Informationen, wie man sich das Gebiet als Stadtteil vorstellen kann. Die Wettbewerbsergebnisse und die weiteren Entwicklungen werden wir an und in unserem Infopoint im Donaufeld präsentieren. 

Neu Leopoldau
Im Sommer 2019 werden hier die ersten BewohnerInnen einziehen. Damit startet eine neue Phase für den Stadtteil. In unserem Stadtteilbüro vor Ort informieren wir mit einem Modell und mit Unterlagen über die aktuellen Fortschritte. Bei den regelmäßigen Baustellenführungen kann man schon einmal erste Stadtluft in Neu Leopoldau schnuppern.  

Berresgasse
Der Wettbewerb zum Stadtteil Berresgasse ist entschieden, im nächsten Jahr stellen wir die Ergebnisse in unserem Stadtteilbüro vor. 2019 wird auch der Bildungscampus Berresgasse eröffnet, Kindergartenkinder und Taferlklassler werden hier die ersten NutzerInnen des neuen Stadtteils sein. Wir begleiten eingesessene und neue BewohnerInnen bei der Entwicklung dieses Gebiets.

Hund vor Leinwand, von zwei Seiten für das Foto positioniert
© Steineder/Burg

Ihr organisiert viele Veranstaltungen und Aktivitäten in den Gebieten. Unter anderem vor kurzem ein Hunde-Portraitshooting. Warum das?
Für unsere Arbeit ist es wichtig, lokale MultiplikatorInnen und Player in den Stadtteilen kennenzulernen. Im Stadtteil rund um die Berresgasse wohnen besonders viele HundebesitzerInnen, die durch ihre täglichen Wege ExpertInnen für den öffentlichen Raum geworden sind. Diese lokale Expertise können wir uns nicht entgehen lassen! Über das Hunde-Portraitshooting haben wir diese zwei- und vierbeinigen Fachleute kennengelernt. Die Bilder sind im Stadtteilbüro ausgestellt und wir geben diese gegen Spende an die HundebesitzerInnen weiter. Mit diesem Geld finanzieren wir Hundetherapiestunden für die umliegenden Volksschulen. So lernen wir aus einem Nachmittag „Hunde Porträtshooting“ viele lokale ExpertInnen kennen, können gleichzeitig das Miteinander im Stadtteil fördern und wir haben natürlich Portraits der nettesten Hunde vom Badeteich!

 

Wohin in Floridsdorf und der Donaustadt?
 

Coole Tipps und echte Empfehlungen gibts wie immer von unseren GB*StadtteilexpertInnen. 
Hoffentlich auf bald :-)!

Schlingermarkt

Der Schlingermarkt in Floridsdorf ist unser Lieblingsmarkt, durch unsere Marktprojekte sind wir mit den Standlern eng verbunden. Das Marktgebiet ist vom Gemeindebau Schlingerhof eingerahmt, einem Gebäude aus den 20er-Jahren mit politischer Geschichte, in dem sich auch unser GB*Stadtteilbüro im ehemaligen Gasthaus befindet! Ein Marktausflug lohnt sich für alle, besonders empfehlen wir den Freitag - und schauen Sie auch bei uns auf einen Sprung vorbei!

Hoßplatz

Jedes Jahr ein neuer oder generalsanierter Park – das ist das Motto des Floridsdorfer Bezirksvorstehers. So etwas leistet sich nicht jeder Bezirk, darauf kann Floridsdorf stolz sein. Die Nutzung öffentlicher Räume verändert sich, die GB* vermittelt diese Veränderungen – manchmal auch den Kleinsten wie gerade eben am Hoßplatz: Zwei Volksschulklassen erlebten, wie eine Rüttelplatte funktioniert und wie man Gräser setzt. Der Park am Hoßplatz ist brandneu, doch in der Auslage der Änderungsschneiderei kann man erahnen, wie es um 1904 hier ausgesehen haben mag.

Ufer der alten Donau

Die Ufer der alten Donau bieten neben den Bäderanlagen auch die Möglichkeit, einfach mal schnell ein bisschen Ruhe am Wasser zu genießen. Im Sommer geht sich hier tatsächlich eine Schwimmrunde in der Mittagspause aus, ein Luxus den nicht alle Städte bieten.

Kagraner Platz

Und „langsam wachs´ma zam“. Am Kagraner Platz sieht man wie Stadt und historischer Ortskern zu einem gemeinsamen Stadtraum werden. Der Anger am Platz ist bis heute erhalten, ein öffentlicher Raum, der im Dorfleben der Allgemeinheit zum Auftreiben von Gänsen oder Ziegen zur Verfügung stand.

Auf geht's zum Sporteln!

Sport ist ein großes Thema in Floridsdorf und Donaustadt! Hier ist fast alles und Ungewöhnliches möglich! Ein Segelschein, Rudern im 8er, American Football oder einfach nur dabei sein, wenn die Vienna Capitals in der Albert Schulz-Halle den Puck über das Eis fliegen lassen.