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Fokus Migration

Ein Schwerpunkt der GB*10

Ob Österreich, Wien oder Favoriten – Migration bestimmt und beeinflusst die gesellschaftliche Entwicklung. Die Gebietsbetreuung Stadterneuerung im 10. Bezirk (GB*10) beleuchtet das Thema von 19. Jänner bis 3. März 2015 in Kooperation mit der MA 17 in drei Ausstellungen und mit einem Rahmenprogramm.

Migrationsbewegungen betrafen und betreffen die Stadtentwicklung Wiens in hohem Maß, in der Geschichte Favoritens spielten sie eine ganz besondere Rolle und sind auch heute Gegenstand kontroversieller Debatten. In der Ausstellungshalle der GB*10 werden insgesamt drei Ausstellungen gezeigt, die „Migration“ im historischen wie im aktuellen Kontext und aus unterschiedlichen Blickwinkeln thematisieren. Die Ausstellungen werden durch Führungen und Rahmenveranstaltungen ergänzt.

Ausstellung „Migration on Tour“ (Demokratiezentrum Wien)

Mo, 19. Jänner bis Fr, 13. Februar 2015
(Mo & Di 9 – 17 Uhr, Do 13 – 19 Uhr, Fr 9 – 12 Uhr)
GB*10, Quellenstraße 149, 1100 Wien

Das Demokratiezentrum Wien entwickelte in Kooperation mit der Initiative Minderheiten sowie unter Mitwirkung von SchülerInnen und LehrerInnen die Wanderausstellung „Migration on Tour“. Darin werden auf 14 Stationen sowohl aktuelle Zuwanderungstrends als auch historische Migrationsmuster dargestellt. Die Ausstellung beginnt mit individuellen Migrationsgeschichten und beleuchtet dann die Entwicklung Österreichs zu einem Einwanderungsland sowie europäische und globale Wanderungsprozesse. Sie beschäftigt sich mit aktuellen Fragen im Zusammenhang mit Asyl, Aufenthalts- und Arbeitsrecht, Einbürgerungspolitik und Integration. Neben Einführungen finden Sie detailliertes Hintergrundwissen zum Thema Migration, ein Wissenslexikon, statistische Daten, interaktive Karten, Videos und Audios sowie Factsheets zu den rechtlichen Rahmenbedingungen (www.demokratiezentrum.org).

Ausstellung „Generationenpfade“ (Hans Hochstöger und Fatih Özcelik)

Mo, 19. Jänner bis Fr, 13. Februar 2015
(Mo & Di 9 – 17 Uhr, Do 13 – 19 Uhr, Fr 9 – 12 Uhr)
GB*10, Quellenstraße 149, 1100 Wien

Arbeitsmigration führte viele türkische Menschen seit Anfang der 60er Jahre nach Österreich. Töchter und Söhne sehen sich heute ähnlichen Herausforderungen gegenübergestellt wie ihre Eltern damals: Verschiedene Gründe bringen sie dazu, in die Heimat ihrer Eltern, ein neues Land, zu ziehen. Migration betrifft uns alle – das Thema ist vielschichtig, und prägt unsere Gesellschaft. Generationenpfade stellen diese Herausforderungen in Portraits und Interviews dar (Hans Hochstöger und Fatih Özcelik.

Ausstellungsführung „Migration on Tour“ und „Generationenpfade“

Mi, 21. Jänner 2015, 18 – 20 Uhr
GB*10, Quellenstraße 149, 1100 Wien

Präsentation des Integrations- und Diversitätsmonitors der Stadt Wien (MA17)

Do, 29. Jänner 2015, 17 – 19 Uhr

GB*10, Quellenstraße 149, 1100 Wien

ReferentInnen: Mag.a Theodora Manolakos und Mag. Dominik Sandner

Der Integrations- und Diversitätsmonitor ist für die Stadt Wien eine Art Kompass, der zeigt, wo Wien steht und welche Veränderungen in den letzten Jahren stattgefunden haben. Er lenkt den Blick darauf, welchen Herausforderungen sich die Stadt im Hinblick auf ihre Integrations- und Diversitätspolitik künftig stellen muss. Seit November 2014 liegt der 3. Integrations- und Diversitätsmonitor vor, der einen weiteren Fortschritt in Tiefe und Qualität der Methoden und Aussagekraft zu Trends und Veränderungen über einen langen Zeitraum erlaubt. Die Ergebnisse geben einen Einblick in acht für Integration und Diversität relevante Themen- und Lebensbereiche und bilden den Diversitätsstand von mehr als 40 Wiener Magistratsabteilungen und Einrichtungen ab. Erstmals wurde eine Erhebung des städtischen Personals nach Herkunft, Geschlecht und Verwendungsgruppen (Tätigkeitsbereiche) durchgeführt und nach Gleichstellungsgesichtspunkten ausgewertet.

Ausstellung „Wien und die Ziegelböhm“ (wohnpartner wien)

Mo, 16. Februar – Di, 3. März 2015 (Mo & Di 9 – 17 Uhr, Do 13 – 19 Uhr, Fr 9 – 12 Uhr)

GB*10, Quellenstraße 149, 1100 Wien

Die Ausstellung der Service-Einrichtung wohnpartner_wien ermöglicht auch jüngeren BewohnerInnen Einblick in die Lebensbedingungen und Erfahrungswelten der im 19. Jahrhundert meist aus Böhmen und Mähren zugewanderten ZiegelarbeiterInnen. Die Ausstellung zeigt sowohl das harte Leben und die Diskriminierungen, mit welchen die „Ziegelböhm“ bis weit ins 20. Jahrhundert hinein konfrontiert waren, als auch ihr Streben nach Anerkennung und sozialer Gerechtigkeit. In einem von wohnpartner produzierten Film kamen zudem ZeitzeugInnen zu Wort, die als letzte „Ziegelböhm-Generation“ von ihrem Leben am Wienerberg und dem Nachwirken der Erfahrungen ihrer Vorfahren erzählen (www.wohnpartner-wien.at.

Migration als globales und lokales Thema

Tagtäglich erreichen uns zum Teil bestürzende Nachrichten zum Thema Migration – aus Afrika, dem Nahen Osten oder der Grenze zwischen Latein- und Nordamerika. Tagtäglich lesen wir von den Diskussionen über die „richtige“ Integration von Zuwanderern, die Unterbringung von Flüchtlingen, von „Problemen“ und vom „Wert“ von MigrantInnen für die österreichische Gesellschaft. Die Gründe, die Menschen dazu bewegen, ihre Heimat zu verlassen und an einem neuen Ort ein neues Leben zu beginnen, sind ebenso vielfältig wie die Rahmenbedingungen, die sie an ihrem Zielort vorfinden und der Einfluss, den sie auf die gesellschaftliche Entwicklung in der Aufnahmegesellschaft haben.

Fakt ist: Migration spielt vor allem in der Entwicklung von Städten eine zentrale Rolle, und die Stadt Wien nimmt hier aufgrund ihrer historischen Entwicklung bzw. ihrer geographischen Lage eine spezifische Stellung ein. Laut dem im November 2014 veröffentlichten
3. Integrations- und Diversitätsmonitor der Stadt Wien hat knapp die Hälfte der Wiener Bevölkerung Migrationshintergrund (also BewohnerInnen, die selbst im Ausland geboren wurden oder von denen zumindest ein Elternteil im Ausland geboren wurde). Der sprichwörtliche Blick „ins Telefonbuch“ ist ebenso wie der Blick auf das aktuelle Straßenleben oder die Geschäftsinfrastruktur augenscheinlicher Beleg für die historische Kontinuität Wiens als Zuwanderungsstadt. Wiener Dialekt, Wiener Küche, Wiener Lebensart – alles Produkte von gesellschaftlichen Veränderungsprozessen, die maßgeblich durch unterschiedliche Zuwanderungswellen beeinflusst wurden. Waren es im 19. Jahrhundert Menschen aus allen Teilen der Donaumonarchie (insbesondere aber aus Böhmen und Mähren) und seit den 1960er-Jahren so genannte GastarbeiterInnen vor allem aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei, so dominieren heute Zuwanderer aus verschiedenen Teilen der Europäischen Union.

Favoriten, ein traditioneller Arbeiter- und Zuwandererbezirk, ist ein Spiegel des stadtbild- und stadtstrukturprägenden Wandels. Naturgemäß ist auch der Diskurs über die Auswirkungen dieses Wandels, über die Herausforderungen und die Potentiale des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Herkunft und kultureller Prägung, im 10. Bezirk besonders intensiv. Die GB*10 und die MA 17 wollen mit „Fokus Migration“, in einer Phase starken Wachstums der Stadt und des Bezirks, informieren und zur Diskussion anregen. Die drei Ausstellungen des Schwerpunkts setzen sich auf unterschiedlichen räumlichen und inhaltlichen Ebenen mit Migration, deren Auswirkungen im zwischenmenschlichen Bereich, auf die Lebensbedingungen der Menschen und auf die städtische Gesellschaft auseinander. Ein Rahmenprogramm mit Führungen und Diskussionen (Informationen dazu ab Jänner auf www.gbstern.at/10  soll das Gezeigte vertiefen und erweitern.

„Fokus Migration“ im Überblick

  • Mo, 19. Jänner – Fr, 13. Februar 2015: Ausstellung „Migration on Tour“ und „Generationenpfade“
    Ausstellungsführung: Mi, 21. Jänner 2015, 18 Uhr
  • Fr, 29. Jänner 2015: Präsentation des Integrations- und Diversitätsmonitors der Stadt Wien
  • Mo, 16. Februar – Di, 3. März 2015: Ausstellung „Wien und die Ziegelböhm“

Pressekontakt:

Christoph Gollner / GB*10
Quellenstraße 149
T: 602 31 38-14
E-Mail

GB* Gebietsbetreuung StadterneuerungWien. Unser Zuhause.MA25 der Stadt Wien - Um Häuser besser

Die Wiener Gebietsbetreuungen sind der Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung zugeordnet und werden im Auftrag der Magistratsabteilung 25 von privaten Auftragnehmerinnen und Auftragnehmern geführt.