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Quartiersarbeit andernorts

Exkursion nach Hamburg

Wien, 08.08.2011 – Gemeinsam mit Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig und VertreterInnen aus der Wiener Stadtverwaltung machte sich das Team der GB*12 auf, um in Hamburg vom 6. bis 8. Juli 2011 verschiedene Stadterneuerungsprojekte zu besuchen.

Unter dem Titel „Quartiersarbeit andernorts“ organisierte die GB*12 ein dreitägiges, abwechslungsreiches und äußerst informatives Exkursionsprogramm, das auf zentrale Tätigkeitsfelder und aktuelle Fragestellungen der Wiener Gebietsbetreuung ausgerichtet war. Vom 6. bis 8. Juli 2011 besichtigte das Team gemeinsam mit Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig und VertreterInnen der Wiener Stadtverwaltung unterschiedliche Stadterneuerungsprojekte. 

Neben den Themenkomplexen des demographischen Wandels, des interkulturellen Wohnens und der Aufwertung ganzer Stadtteile wurden vor allem Fragen im Zusammenhang mit der Sanierung von Großwohnanlagen, BewohnerInnenproteste im Zuge von Stadtteilaufwertungen und die Entstehung und Förderung alternativer Wohnformen in Hamburg diskutiert.

Durch die vielfältigen Arbeitsansätze und Herangehensweisen der besuchten Institutionen so wie ihre unterschiedliche Positionierung innerhalb der Stadterneuerungsszene Hamburgs, konnte den ExkursionsteilnehmerInnen ein facettenreicher Blick auf die alltäglichen Herausforderungen im Bereich der Stadterneuerung in Hamburg geboten werden.

Das Programm

Der erste Tag stand dabei ganz im Zeichen der Internationalen Bauausstellung Hamburg (IBA Hamburg): Hier wurde neben der multimedialen und interaktiven Ausstellung IBA AT WORK die Siedlung WELTQUARTIER besichtigt, wobei vor allem das bei deren Sanierung angewandte Beteiligungsverfahren der BewohnerInnen aus 30 Nationen im Mittelpunkt des Interesses stand. Anschließend konnte mit dem VERINGECK ein Projekt für interkulturelles Wohnen im Alter besucht werden.

Dem Eppendorfer Quartiersbüro MARTINIerLEBEN und den von den Beteiligten formulierten Anforderungen und Erwartungen an ein generationengerechtes Quartier galt das Interesse der Wiener Reisegruppe am Vormittag des zweiten Tages. Nachmittags stand ein Rundgang durch das Quartier St. Pauli auf der Tagesordnung, wo vor allem die negativen Folgen der Stadtteilaufwertung thematisiert wurden.

Im Unterschied zu Wien sind BewohnerInnen in bestimmten Hamburger Quartieren auf mehreren Ebenen von Spekulation und Verwertung betroffen: Der Hamburger Wohnbau wird bevorzugt privaten Trägern überlassen, Grundstücke an meistbietende InvestorInnen vergeben, die auf den attraktivsten Flächen Luxuswohnungen und Edelbüros zu extrem hohen Preisen errichten. Gleichzeitig baut die Freie und Hansestadt Hamburg wenige günstige Wohnungen, der geförderte Wohnungsneubau fällt im Unterschied zu Wien (6000 geförderte Wohneinheiten/Jahr) mit 300 geförderten Wohnungen unterdotiert aus. Kombiniert mit einem System, das Mietpreisbindungen nach maximal 15 Jahren auslaufen lässt, führt dies in ganz Hamburg zu einer Vervielfachung der Mietpreise und auf Quartiersebene zu existenzbedrohenden Verdrängungsprozessen.

Mit „Park Fiction“, dem Positivbeispiel eines Beteiligungsprojektes im öffentlichen Raum, endete der Tag.

Baugruppen und Wohnprojekten war der letzte Exkursionstag gewidmet. Gemeinsam mit einer Vertreterin der zuständigen Behörde, einem Projektentwickler und einem Bewohner eines Wohnprojekts diskutierte die Gruppe die einzelnen Schritte der Realisierung: Von der Erstinformation zur Frage „Was ist überhaupt ein Wohnprojekt?“, über den Zugang zu Grundstücken bis hin zum Wohnalltag in Gemeinschaft.

Seitens der GB*12 wurden die Führungen, Vorträge, Treffen und Diskussionen dokumentiert und weiterführende Informationen gesammelt, um die gewonnenen Erkenntnisse allen MitarbeiterInnen der Wiener Gebietsbetreuungen weitergeben und in Bezug auf die Wiener Situation diskutieren zu können. 

Pressekontakt:

Mag.a Teresa Lukas
GB*12
Mandlgasse 21
A-1120 Wien
T: (+43 1) 813 32 30
F: (+43 1) 813 32 30-11
gb12(at)gbstern.at

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Die Wiener Gebietsbetreuungen sind der Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung zugeordnet und werden im Auftrag der Magistratsabteilung 25 von privaten Auftragnehmerinnen und Auftragnehmern geführt.