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Entstehung der Gebietsbetreuung

Modellfall Ottakring

Im September 1974 wurde im Arbeiterbezirk Ottakring mit der Bearbeitung eines großflächigen Gebiets ein nächster Schritt im städtischen Experiment "Sanfte Stadterneuerung" gesetzt. Für acht Wochen wurde ein Informationsbus vor Ort aufgestellt und MagistratsbeamtInnen informierten sich im persönlichen Kontakt über Wünsche der Bevölkerung. Die ersten Entwürfe zur Neugestaltung sahen nicht nur die Pflanzung von Bäumen in dem dicht verbauten Gebiet vor - sondern wollten die Straße als Aufenthaltsort rückerobern. Nach dem Motto "Stadterneuerung beginnt im Beisl" wurden in den Räumen des ehemaligen Gasthauses Kauz Vorschläge wie die Einrichtung von Spielstraßen diskutiert. Als Sofortmaßnahme wurde in einer Baulücke auf die Errichtung eines Wohnbaus verzichtet und der Ort im Mai 1975 stattdessen in einen Minipark umgestaltet.

Das erste Gebietsbetreuungslokal

Im Juli 1978 wurde das Extrazimmer eines von der Ottakringer Brauerei verwalteten Gasthauses in der Friedrich-Kaiser-Gasse 69 als Informationslokal bezogen und damit erstmals eine ständige Gebietsbetreuung vor Ort eingerichtet. Der laufende Stand der Erneuerung wurde für alle sichtbar an einem Modell dargestellt. Zu den wesentlichen im Projektgebiet bis 1983 durchgeführten Veränderungen gehören die Einrichtung der ersten Wohnstraße in der Wichtelgasse sowie von mehreren Grün- und Erholungsflächen.

Die Institutionalisierung der sanften Stadterneuerung

Im Wiener Stadtentwicklungsplan von 1985 wurde die sanfte Stadterneuerung zur Leitlinie der Stadtplanung. Stadterneuerung und Stadterweiterung werden seither nicht als Gegensätze, sondern als einander ergänzende Vorhaben der Stadtentwicklung gesehen. Als Koordinationsstelle wurde 1984 der Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds (heute: wohnfonds_wien) eingerichtet, zu dessen Aufgaben neben der Ermöglichung und Qualitätssicherung des geförderten Wohnungsneubaus die Betreuung von Wohnhaussanierungen gehört. Weitere zwischen 1984 und 1989 eingerichtete Gebietsbetreuungen trugen in den folgenden Jahren zur breiten Akzeptanz von Stadterneuerungsmaßnahmen bei.   

MA25 der Stadt Wien - Um Häuser besserWien. Unser Zuhause.

Die Wiener Gebietsbetreuungen sind der Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung zugeordnet und werden im Auftrag der Magistratsabteilung 25 von privaten Auftragnehmerinnen und Auftragnehmern geführt.