Das Großprojekt der kleinen Schritte.
35 Jahre sanfte Stadterneuerung in Wien.
Von Reinhard Seiß
Mitte der 1970er Jahre gab es in Wien 300.000 Substandardwohnungen. Ein Drittel der Bevölkerung lebte ohne eigenes Bad und WC. Heute ist diese Zahl auf etwa 50.000 Wohnungen gesunken, ohne dass historische Viertel wie in anderen Großstädten flächendeckend abgerissen wurden. Mit umfangreichen Sanierungsförderungen sowie der kontinuierlichen Beratung und Begleitung durch bürgernahe Gebietsbetreuung in den Gründerzeit-Bezirken gelang es, große Teile der überalterten Bausubstanz behutsam zu modernisieren, ohne die angestammt, oft auch sozial schwache Bevölkerung dadurch zu verdrängen.
Mittlerweile verfolgt die sanfte Stadterneuerung weitergehende Ziele, um die Lebensqualität in Wiens dicht bebauten Grätzeln zu verbessern: Über die Sanierung von Häusern hinaus, soll das gesamte Wohnumfeld gestärkt und weiterentwickelt werden, wozu die Nahversorgung mit Geschäften des täglichen Bedarfs ebenso zählt, wie das kulturelle Angebot oder die Gestaltungs- und Nutzungsqualität des öffentlichen Raums. Für eine dauerhafte Aufwertung der Stadt wird in zunehmendem Maße versucht, die lokale Bevölkerung einzubinden, damit die Bürgerinnen und Bürger – Wohnende wie Geschäftstreibende, Alteingesessene wie zugewandert – von Betroffenen zu Mitgestaltern ihres Lebensraums werden.
Folgen Sie uns durch die spannende Geschichte von 35 Jahren sanfter Stadterneuerung!
- Von der Assanierung zur behutsamen Aufwertung
- Altbausanierung als sozialpolitische Aufgabe
- Mehr als die eigenen vier Wände
- Die Kunst der Stadterneuerung
Autor: Reinhard Seiß (URBAN+) im Auftrag der MA 25 - Stadterneuerung und Prüfstelle für Wohnhäuser; Sprecher: Marian Schönwiese, Peter Waldenberger; Tonstudio: C-Arts www.classicalarts.at (ein Partner von www.klaviergalerie.at)
Sanfte Stadterneuerung
Im Gegensatz zu anderen europäischen Städten entschied sich Wien für eine behutsame Erneuerung der historischen Bausubstanz wobei die BewohnerInnen konsequent mit einbezogen wurden. Heute wird zunehmend darauf geachtet, die Lebensqualität des Wohnumfeldes zu verbessern und dabei Bevölkerung, Gewerbe und Wirtschaftstreibende aktiv zu beteiligen.


