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Schimmel in der Wohnung?
Nein, danke!


Gerade in der kalten Jahreszeit kann Schimmelbildung vermehrt in Altbauten ebenso wie in neu errichteten Häusern auftreten. Doch wie kann man verhindern, dass er überhaupt entsteht? Wie wird man ihn wieder los?

Vorbeugende Maßnahmen sind auf die Dauer wirkungsvoll und einfach einzuhalten. Damit tun Sie Ihrer Gesundheit einen Gefallen und steigern das eigene Wohlbefinden.  Für eine gezielte kostenlose Beratung wenden Sie sich an die GB*-ExpertInnen in Ihrem Bezirk!

In der kalten Jahreszeit ist die Gefahr einer zu hohen Luftfeuchtigkeit im Vergleich zur Temperatur der Wände und Decken besonders hoch. Was ist zu beachten?

Bei im Verhältnis zur Oberflächentemperatur zu hoher Luftfeuchtigkeit kommt es zu einer Kondenswasserbildung und zu einem Schimmelwachstum.

  • Kontrollieren Sie die Luftfeuchtigkeit Ihrer Wohnung in der kalten Jahreszeit täglich mit einem Hygrometer
  • Überprüfen Sie, ob Ihr Luftfeuchtigkeitsmesser funktioniert, indem Sie ihn für 10 Minuten in ein feuchtes Tuch einwickeln. Er sollte dann circa 95% Luftfeuchtigkeit anzeigen.
  • Achten Sie darauf, dass die relative Luftfeuchtigkeit 50-55% nicht übersteigt.
  • Lüften hilft Ihnen, die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren.

Ist Schimmelbildung gesundheitsschädlich?

Jede sichtbare Schimmelpilzbildung im Wohnbereich ist aus gesundheitlicher Sicht prinzipiell unerwünscht. Schimmelpilze haben für die Bewohnerinnen und Bewohner betroffener Wohnungen gesundheitliche Relevanz.

Medizinische Studien zeigen, dass es bei Menschen, die in feuchten und mit Schimmelpilz belasteten Wohnungen leben, zu einem vermehrten Auftreten von gesundheitlichen Beschwerden kommen kann.

Beispiele für gesundheitliche Beschwerden

  • Reizungen der Atemwege
  • Reizungen der Schleimhäute
  • Vermehrtes Auftreten von Atemwegserkrankungen
  • Vermehrtes Auftreten von Allergien

Als Ursache dafür werden nicht nur die Schimmelpilzsporen, sondern auch Zellwandbestandteile und Stoffwechselprodukte der Schimmelpilze gesehen.

Quelle: MA 39 - Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien

 

Schimmelpilze vermehren sich besonders "gerne" bei wärmeren Temperaturen. Welche Richtwerte gelten für ideale Raumtemperaturen?

Schimmelpilze wachsen bei Temperaturen von zirka Null bis 50 Grad Celsius und bevorzugen wärmere Temperaturen zwischen 25 und 35 Grad Celsius.

Je nach Raumnutzung gelten unterschiedliche Empfehlungen zur Raumtemperatur:

  • Wohnbereich und Küche: 20°C
  • Bad: 21°C
  • Schlafzimmer: tagsüber 18°C, nachts 14-16°C
  • Wandoberflächentemperaturen (Außenwände) nicht unter 15°C

Meine Fenster laufen ständig an. Warum?

Kondenswasser im Bereich der Fenster ist ein Zeichen von zu hoher Luftfeuchtigkeit. Entfernen Sie dieses regelmäßig und achten Sie in der kalten Jahreszeit besonders auf richtiges Heizen und Lüften (Siehe nachfolgende Tipps!)

Verstärktes und richtiges Lüften verringert die Luftfeuchtigkeit. Was ist konkret zu beachten?

  • Lüften Sie mehrmals täglich für 5 bis max. 10 Minuten bei weit geöffneten Fenstern und Türen (Stoßlüftung)
  • Ideale Lüftungszeitpunkte: Morgens komplett durchlüften, vormittags und nachmittags jene Zimmer lüften, in denen sich Personen aufgehalten haben. Abends erneut einen kompletten Luftwechsel inklusive Schlafzimmer. 
  • Oder lüften Sie bei gegenüberliegenden Fenstern oder Türen quer durch die Wohnung (Querlüften)
  • Vermeiden Sie es, Fenster zu kippen. Kippen ist wirkungslos, verbraucht viel Heizenergie und kann unter Umständen sogar die Schimmelbildung fördern.
  • Lüften Sie das Bad regelmäßig.
  • Lüften Sie bei jedem Wetter - auch bei Regen. Kalte Außenluft ist trockener als warme Zimmerluft. 
  • Beim Kochen, Wäschetrocknen, Bügeln: Raum geschlossen halten und möglichst sofort oder öfters nach draußen ablüften.

Warum sollten keine große Möbelstücke, Wandverbauten, Verkleidungen, etc. vor Außenwänden platziert werden?

Möbel, Wandverbauten, Verkleidungen und ähnliches verhindern eine ausreichende Luftbewegung der erwärmten Raumluft. Dies kann bei kalten Außenwänden zur Kondenswasserbildung und zu einem Schimmelwachstum führen.

Tipps

  • Möbel sollten nicht direkt an oder vor kalten Außenwänden stehen
  • Halten Sie mindestens 5 cm Abstand
  • Hängen Sie keine schweren Vorhänge oder Bilder an kalte Außenwände

Gezieltes Heizen spart nicht nur Energiekosten, sondern beugt auch einer möglichen Schimmelbildung vor. Was ist zu beachten?

Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft - daher steigt die relative Luftfeuchtigkeit, wenn Luft abkühlt. Wird etwa warme Luft aus dem Wohnzimmer einem Ort mit niedrigeren Raumlufttemperaturen (z.B. Schlafzimmer) zugeführt, besteht die Gefahr einer Kondensation an kalten Flächen (z.B. Fensteroberflächen).

  • Beginnen Sie rechtzeitig mit dem Heizen in der Heizperiode.
  • Heizen Sie am besten alle Räume ausreichend und gleichmäßig.
  • Die Temperatur von Außenwänden sollte nicht weniger als 16°C betragen.
  • Schalten Sie die Heizung auch bei Abwesenheit nicht ganz aus. Besser: Temperatur um ca. 3°C senken.
  • Heizen Sie das kalte Schlafzimmer niemals vom Wohnraum aus mit, dies kann Schimmelbildung begünstigen.
  • Halten Sie Innentüren zwischen unterschiedlich beheizten Räumen immer geschlossen.
  • Achten Sie darauf, dass die ungehinderte Abgabe der Wärme von Heizkörpern in den Raum möglich ist; platzieren Sie keine Möbel vor Heizkörpern, verdecken Sie Heizkörper nicht mit Vorhängen, etc.

Was ist bei der Haltung von Haustieren zu beachten?

Haustiere geben ebenfalls Feuchtigkeit durch Atmen an die Raumluft ab. Die Feuchtigkeitsmenge ist abhängig vom jeweiligen Gewicht des Tieres. Diesbezüglich ist ein großer Hund fast wie ein zusätzlicher Bewohner oder eine zusätzliche Bewohnerin zu werten.

Beachten Sie daher die Anzahl der menschlichen und tierischen BewohnerInnen bei Ihrem Lüftungsverhalten.

Auch Aquarien – insbesondere wenn sie nicht abgedeckt sind – tragen zur Feuchtigkeitsproduktion in einer Wohnung bei. Bei nicht abgedeckten Becken mit 200 Liter Wasserinhalt verdunsten täglich bis zu 1,5 Liter Wasser und gehen in die Raumluft über.

Reduzieren Sie die Verdunstung an der Wasseroberfläche, indem Sie Ihre Aquarien abdecken.

Sie haben viele Pflanzen in Ihrer Wohnung?

Auch Pflanzen geben Feuchtigkeit an die Raumluft ab.

  • Vermeiden Sie übermäßiges Gießen von Zimmerpflanzen - dies kann zu Schimmelbildung in der Erde, im Wachstumsgranulat oder in der Hydrokultur führen.

  • Stellen sie keine Pflanzen ins Schlafzimmer oder in feuchte Räume.

Was muss ich beachten, wenn mehrere unbeheizte Räume an meine Wohnung angrenzen?

Wände und Decken, die an unbeheizte Räume angrenzen, sind kälter als solche, die neben beheizten Räumen liegen und die Gefahr einer Kondenswasserbildung ist tendenziell höher.

Sind nicht alle Wände gleich warm oder kalt, muss besonders auf das Zusammenspiel von Heizen und Lüften geachtet werden und insbesondere das Heizen derartiger Räume sollte daher noch bewusster durchzuführen ist.

Richtiges Lüften

Gezieltes Heizen

Was ist beim Wäschetrocknen in der Wohnung unbedingt zu beachten?

Pro Kilogramm Wäsche, die am Wäscheständer trocknet, gelangen etwa 0,5 - 1 Liter Feuchtigkeit in die Raumluft.

  • Achten Sie darauf, dass sich die Feuchtigkeit aus dem Trocknungsvorgang nicht in der gesamten Wohnung verteilt.
  • Lüften Sie intensiv!
  • Vermeiden Sie unbedingt, Wäsche in Räumen mit grundsätzlich niedrigerer Raumlufttemperatur - z.B. im Schlafraum - zu trocknen.

Kann ich das "Schimmelrisiko" in meinen eigenen vier Wänden testen?

Ja. Die Stadt Wien bietet dazu ein kostenloses Online-Service.

Die Expertinnen und Experten der MA 39 (Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien) entwickelten einen Fragebogen, mit dem Sie Ihr persönliches Risikopotenzial aufgrund Ihres Nutzungsverhaltens und den baulichen Gegebenheiten ihrer Wohnung ermitteln können.

Aus Ihren Angaben wird eine auf Sie individuell zugeschnittene Auswertung erstellt. Hier gehts zum Schimmelfragebogen.

Welche Maßnahmen sind bei Schimmelpilzbefall zu treffen?

Schimmel in der Wohnung muss sofort beseitigt werden.

Generell gilt jedoch: Eine Schimmelpilzentfernung bzw. -sanierung ohne Beseitigung der Ursachen ist nicht zielführend, da es früher oder später zu einem erneuten Schimmelwachstum kommen kann - daher muss in einem ersten Schritt die Quelle der Feuchtigkeit gefunden werden.

Maßnahmen bei Schimmelpilzwachstum an Wänden


Maßnahmen bei Schimmelpilzbefall auf diversen Materialien

Muss ich meinem/meiner Vermieter/in melden, wenn es zu Schimmelbildung in meiner Wohnung kommt?

Ja. Sobald eine Mieterin beziehungsweise ein Mieter in ihrer beziehungsweise seiner Wohnung (oder Geschäftslokal) Schimmelpilz bemerkt, muss sofort die Vermieterin beziehungsweise der Vermieter davon in Kenntnis gesetzt werden. Passiert dies nicht, wird die Mieterin oder der Mieter möglicherweise schadenersatzpflichtig.

Ausführliche Inforamtionen zum Thema "Schimmel im Wohnraum - rechtliche Sicht" bietet die MA 39 - Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien.

 

GB* Gebietsbetreuung StadterneuerungWien. Unser Zuhause.MA25 der Stadt Wien - Um Häuser besser

Die Wiener Gebietsbetreuungen sind der Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung zugeordnet und werden im Auftrag der Magistratsabteilung 25 von privaten Auftragnehmerinnen und Auftragnehmern geführt.