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Stadt im Dialog

Wie Partizipation funktioniert

Herbert, geboren und aufgewachsen im 15. Bezirk, kennt seine Stadt. Er weiß, wo die nächste Straßenbahn- oder U-Bahn-Haltestelle ist. Er weiß, welche Ampelschaltung ihn möglichst schnell vorwärts bringt. Er weiß, welche Geschäfte gleich um die Ecke sind und kennt auch die Geschichten dazu.

Täglich grüßt er seine Nachbarin auf dem Weg zur Arbeit. Er hat seine Lieblingsecken im Stadtteil, an denen er sich gerne aufhält. Herbert hat in den letzten Jahren auch viele neue Gesichter kennengelernt und Veränderungen im Stadtteil mitbekommen. Denn, obwohl die Stadt im Großen und Ganzen gleichbleibt, verändert sie sich im Kleinen ständig. Es gehört zum Wesen einer Stadt, dass sie sich laufend weiterentwickelt und neu erfindet. Das gilt auch für das aktuell rasch wachsende Wien, mit derzeit über 1,8 Millionen EinwohnerInnen.

Ein Blogbeitrag von den

Herbert möchte mitreden und mitgestalten

Der Wunsch der Menschen, bei Veränderungen in ihrem Wohnumfeld mitzureden, wächst. Immer mehr StadtbewohnerInnen möchten selbst aktiv werden, so wie beispielsweise Herbert. Sie haben Ideen, bringen Verbesserungsvorschläge ein, starten Initiativen, vernetzen sich mit Gleichgesinnten und werden so zu lokalen „GrätzelentwicklerInnen“.

Partizipation bedeutet vor allem aber auch jene einzubinden, die sonst nicht gehört werden oder von sich aus aktiv werden. Die GB* unterstützt einerseits die GrätzelentwicklerInnen, achtet aber gleichzeitig darauf, dass alle NutzerInnengruppen im Stadtteil zu Wort kommen.

Aktuell können sich BewohnerInnen an der geplanten Neugestaltung des Forschneritschparks beteiligen. Los geht's mit Parkgesprächen am 30. September und 14. Oktober direkt vor Ort!

Stadterneuerung im Dialog - der Weg zum Ziel

Die Aufgaben einer modernen Stadterneuerung inkludieren heute mehr als nur bauliche Maßnahmen. Stadterneuerung heißt, die BewohnerInnen im Viertel aktiv über aktuelle und geplante Entwicklungen zu informieren. Der Dialog mit den StadtbewohnerInnen als lokale ExpertInnen vor Ort ist für die Gebietsbetreuungen Stadterneuerung der Weg zum Ziel. Dabei geht es ums Hinhören und Sammeln von lokalem Wissen, um unterschiedliche Interessen zu vereinen. Es geht darum, Perspektiven zu erarbeiten, weiter zu kommunizieren und letztendlich die Wohnqualität im Stadtteil nachhaltig zu verbessern.

Für Herbert und für viele andere WienerInnen sind wir von der Gebietsbetreuung Stadterneuerung deshalb die erste Anlaufstelle und Ansprechpartnerin, wenn es darum geht, Ideen aufzugreifen und aktiv in die Tat umzusetzen. Die GB* sind quasi Kommunikator zwischen urbanen Entwicklungen und BewohnerInnen und AkteurInnen auf lokaler Ebene. Diese Kommunikation verläuft in beide Richtungen:

  • Wir sind als Ansprechpartner und „offenes Ohr“ für die Anliegen, Sichtweisen und Wünsche der BewohnerInnen direkt im Stadtteil präsent. Wir sammeln in persönlichen Gesprächen verschiedene Sichtweisen, bündeln diese und entwickeln darauf basierend Projekte, Maßnahmen und Handlungsvorschläge.

  • Wir informieren über Entwicklungen im Stadtteil, erklären komplexe Zusammenhänge und Hintergründe, laden zum Dialog ein. Als Kommunikationsmittel werden unterschiedlichste Formate und Medien eingesetzt – von der Ausstellung über die Grätzelzeitung bis hin zu Website und Soziale Medien wie Facebook und YouTube.

Dialog rund um den Sparkassaplatz - ein GB*-Beteiligungsprojekt

Der Sparkassaplatz im 15. Bezirk ist ein Platz wie kein zweiter in Wien: Sternförmig münden sechs Gassen in einen großen Kreisverkehr, weshalb auch der Verkehr den Platz dominiert. Aufenthaltsqualität? Heute ja, vor noch gar nicht allzu langer Zeit gleich null, daran änderte auch die einzige Sitzbank am Platz nichts. In Gesprächen mit BewohnerInnen und Geschäftsleuten zeigte sich, dass der Platz viel mehr Potential hätte - als Ort der Begegnung, als Treffpunkt und lebendiges Grätzelzentrum.

Eine gute Ausgangsbasis für einen Dialog- und Beteiligungsprozess mit den Menschen vor Ort, den wir 2014/2015 umsetzten.

Gemeinsam gestalten - Chronologie eines Partizipationsprozesses

  • Zu Beginn des Beteiligungsprozesses suchen wir den Austausch mit lokalen AkteurInnen direkt am Platz und knüpfen viele Kontakte. Bereits im Zuge der ersten Gespräche muss feststehen, was in Hinblick auf die Umsetzung möglich ist und was nicht.
  • Im Rahmen eines Schulprojektes mit Grätzeltour und spielerischen Interventionen („Mehr Platz für Kinder“) können sich junge StadtbewohnerInnen einbringen.
  • BewohnerInnen laden wir z.B. zu einem „Mittagstisch am Nachbarschaftstag“, bei dem sich alle austauschen können.
  • Im Rahmen einer Befragung vor Ort führen wir 419 Interviews an fünf Tagen. Die Themen: Was gefällt am Platz? Was fehlt? Wie soll der Platz genutzt werden?
  • Wir informieren über die Befragungsergebnisse und präsentieren diese vor Ort (GB*-Möbel).
  • Dann entwickeln wir kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen für den Sparkassaplatz - gemeinsam mit dem Bezirk.

Was hat sich bis heute alles getan?

  • Die kurzfristigen Planungsvorschläge wurden von der Bezirksvorstehung schrittweise umgesetzt. Heute verfügt der Sparkassaplatz über spürbar mehr Aufenthaltsqualität!

  • Das Potential des Platzes als Grätzelzentrum wurde nicht nur kommuniziert, sondern auch von AkteurInnen erkannt und seitdem vielfach genutzt!
    So wurde ein seit 10 Jahren leerstehendes Wirtshaus adaptiert und neu eröffnet. Das "Eduard" ist mittlerweile ein beliebter Treffpunkt im Stadtteil. Der Schanigarten belebt den Platz zusätzlich und ein Teil der Möbel stehen auch in der kühleren Jahreszeit zur konsumfreien Nutzung bereit (Bilder: Vorher/Nachher)

  • Konsumfrei funktioniert auch das „Cafe Prosa“ gleich vis-a-vis, wo eine soziale Einrichtung ein für jede/n offenstehendes Grätzel-Wohnzimmer betreibt.

FAZIT
Gemeinsam mit einigen zeitgleich erfolgten Haussanierungen am Platz ist aus dem grauen Kreisverkehr ein belebter Grätzelplatz geworden. Sitzt man nun bei einem Gespräch im Schanigarten oder legt auf einer der neuen Sitzbänke eine Rast ein, so rückt auch der Verkehr deutlich in den Hintergrund!

Schwendermarkt – viel mehr als nur ein Markt!

Um einiges komplexer zeigt sich die Ausgangslage am Schwendermarkt, der ebenfalls im 15. Bezirk beheimatet ist. Der Schwendermarkt war früher einer der bedeutendsten Märkte im Westen Wiens. Heute sind, aufgrund geänderter ökonomischer Rahmenbedingungen, nur noch wenige Marktstände im relativ kleinen Marktgebiet in Betrieb.

Als Stadtraum ist der Schwendermarkt jedoch von großer Bedeutung. Neben seiner Funktion als Nahversorger ist er auch ein wichtiger Naherholungs-Treffpunkt. Das heißt, an den Schwendermarkt werden unterschiedlichste Ansprüche und Nutzungswünsche gestellt. Die Zukunft des Schwendermarktes soll nun gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestaltet werden!

Was tut sich?

  • Seit 2012 beobachten wir die Situation am Schwendermarkt, seit 2014 beschäftigen wir uns intensiv mit dem Gebiet und pflegen im Rahmen der „Initiative Reindorf“ engen Kontakt mit AkteurInnen vor Ort.

  • Im Herbst 2015 befragen wir die Menschen im Gebiet. In 846 Gesprächen sammeln wir Meinungen,  Anregungen und Ideen.
  • Die Ergebnisse präsentieren wir im Rahmen einer Ausstellung vor Ort, in unserem Lokal in der Sechshauser Straße und bei einem Runden Tisch.
  • Aktuell werden die Themen, die sich aus der Befragung ergaben, in zwei Arbeitsgruppen „Markt“ und „Freiraum und Mobilität“ weiterbearbeitet.
  • Ziel der Arbeitsgruppen ist es, sich auf konkrete, kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zu einigen - und diese gemeinsam mit dem Bezirk und relevanten Dienststellen umzusetzen.

FAZIT
Über den Schwendermarkt werden wir noch oft und viel - aber vor allem gemeinsam mit den Menschen vor Ort - reden. Der Entwicklungsprozess dieses Stadtraums ist in vollem Gange. Wir halten Sie über die neuesten Entwicklungen am Laufenden!

Und was bringt das alles eigentlich Herbert?

Die echten ExpertInnen für einen Stadtraum sind jene Menschen, die ihn täglich nutzen – so wie Herbert. In der Stadtteilarbeit geht es vor allem darum, die vielen Sichtweisen der Menschen im Gebiet einzuholen. Mit Kindern auf spielerische Weise, mit lokalen AkteurInnen in Form kreativer Veranstaltungen, mit den Bewohnerinnen und Bewohnern über Befragungen oder im Rahmen von Arbeitsgruppen.

Das lokale Wissen von Herbert und seinen NachbarInnen, ihre Expertise, Wünsche und Ideen sind wichtige Grundlage für unsere tägliche Arbeit.

Nur so können Stadterneuerungsprojekte nachhaltig und den Anforderungen der BewohnerInnen entsprechend entwickelt werden. Unsere ExpertInnen aus Architektur, Raum- und Landschaftsplanung, Wohnrecht, Soziologie und vielem mehr unterstützen mit fachlichem Know-How und helfen, unterschiedliche Ideen und Wünsche im Dialog zu realisieren.

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GB* Gebietsbetreuung StadterneuerungWien. Unser Zuhause.MA25 der Stadt Wien - Um Häuser besser

Die Wiener Gebietsbetreuungen sind der Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung zugeordnet und werden im Auftrag der Magistratsabteilung 25 von privaten Auftragnehmerinnen und Auftragnehmern geführt.