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Smart wohnen in Simmering

Nachgefragt!

SMART-Wohnungen sind Teil des umfassenden geförderten Wiener Wohnbauprogramms, das seit 2012 in mehreren Bezirken umgesetzt wird. Was steckt hinter dem Begriff "Smart wohnen" und wie schaut das praktisch aus?

Ein Blogbeitrag von

Bei der Suche nach einer neuen Wohnung erlebt man schon mal seine bunten Wunder. Schon bald stellt sich die Erkenntnis ein: Geld ist ein Faktor, der Zugang schafft – oder anders betrachtet – der Zugang verhindert. Was im Privatwohnungssektor hohe Mieten, Maklergebühren und Kautionen schaffen, sind im Sektor des geförderten Wohnbaus häufig die „Finanzierungsbeiträge“, welche sich aus den anteiligen Grundkosten und einem Anteil an den Errichtungskosten zusammensetzen. Rechtlich gesehen sind sie eine Mietzinsvorauszahlung – auf hundert Jahre. Deshalb bekommt man bei Auszug auch den um 1% pro Nutzungsjahr verringerten Kostenbeitrag wieder zurück.

De facto parkt man also eine nicht unbeträchtliche Summe Geld, um eine niedrigere monatliche Miete zu haben. Was für die Einen kein Problem ist, nämlich bis zu 500,- pro m² zu finanzieren, kann für Andere jedoch zu einer Einstiegshürde werden, auch wenn Eigenmittelersatzdarlehen manches abfedern.

Eine Idee ward geboren … und umgesetzt!

Warum sollte es eigentlich nicht möglich sein, qualitätsvolle Wohnungen zu errichten, deren Anfangskosten auch für finanzschwächere Menschen aus eigener Kraft leistbar sind? Antwort auf genau diese Fragen gibt das 2012 von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig ins Leben gerufene SMART-Wohnbauprogramm, das leistbaren Wohnraum schaffen soll.

Und diese Leistbarkeit kann sich sehen lassen: Bei einer SMART-Wohnung ist der Finanzierungsbeitrag auf maximal Euro 60/m² beschränkt. Wer jetzt glaubt, dafür wären die Mieten hoch, täuscht sich: das monatliche Nutzungsentgelt inklusive Betriebskosten und USt beträgt maximal Euro 7,50/m²!

Beispiel:

Für eine SMART-Wohnen des Typs C mit 70 m² fallen bloß EUR 4.200,- Anfangskosten an. Die monatliche Miete beträgt maximal EUR 525,-. Dazu kommen dann noch die Energiekosten, die durch den niedrigen Heizwärmebedarf im Neubau sogar bei strengen Wintern milde ausfallen.

Was kann denn das SMART-Wohnbauprogramm?

Hohe Alltagstauglichkeit bei gleichzeitig sehr günstigen Eigenmitteln und Mieten stehen beim SMART-Wohnbauprogramm im Mittelpunkt. Die Wohnungen sind etwas kleiner als klassische geförderte Wohnungen, sollen jedoch dennoch ein großzügiges Raumerlebnis bieten.

Neben den 4 bewährten Säulen Ökonomie, Soziale Nachhaltigkeit, Architektur und Ökologie und den Obergrenzen für die Wohnkosten haben verschiedene Wohnungstypen und deren Verteilung in den Neubauprojekten besonderen Stellenwert.

So schaut die Typologie nach Wohnungsgrößen aus:

  • Typ A (1 Zimmer): max. 40 m²
  • Typ B (2 Zimmer): max. 55 m²
  • Typ C (3 Zimmer): max. 70 m²
  • Typ D (4 Zimmer): max. 85 m²
  • Typ E (5 Zimmer): max. 100 m²

So sind die Wohnungstypen innerhalb des Bauprojekts verteilt:

  • Typ A + B: mindestens 50%
  • Typ C + Typ D + Typ E:  mindestens 50%


So hoch ist der Anteil von SMART-Wohnungen je Bauplatz:

Anteil der SMART-Wohnungen: mindestens ein Drittel!

Heißt, dass bei einem Bauvorhaben mit 400 Wohneinheiten mindestens 134 SMART-Wohnungen errichtet werden, von denen 67 weniger als EUR 3.300 Finanzierungsbeitrag kosten?
Ja, mit Rundung kommt das hin

Sind SMART-Wohnungen eigentlich für alle zugänglich?

Die Anbotsverpflichtung stellt sicher, dass 50 % der SMART-Wohnungen über die Wohnberatung Wien vergeben werden. Hier erfolgt die Vergabe vorzugsweise an Inhaber/innen eines Wohntickets mit besonderem Wohnbedarf (früher: Vormerkschein). Es muss also auch hier ein Kriterium wie für die Zuweisung einer Gemeindewohnung vorliegen. Darüber hinaus gibt es Höchsteinkommensgrenzen, welche deutlich unter denen für „normale“ geförderte Wohnungen liegen.

Beispiel:
Um eine „normal“ geförderte Wohnung anmieten zu können, darf das Jahresnettoeinkommen einer 4-köpfigen Familie EUR 84.130,- nicht übersteigen;

Für eine SMART-Wohnung darf das Jahresnettoeinkommen maximal 48.660,- betragen.

Kompakte Wohnungen? Gibt es da auch genug Bewegungsfreiheit?

Richtig austoben kann man sich außerhalb der Wohnhausanlage – Wien ist an Sport- und Freizeitangeboten reich und die NachbarInnen werden es Ihnen danken!

Aber freilich, kompakte Wohnungen brauchen zusätzliche Angebote, welche die Kompaktheit kompensieren. Deshalb wird bei allen geförderten Wohnbauten besonderer Wert auf die Innen- und Freiflächengestaltung der Gesamtanlage gelegt. Mehrwert durch Erschließungen, Abstellräume, gemeinschaftliche Raumangebote sowie hohe Nutzungsvielfalt werden dabei begrüßt. Dies betrifft insbesondere das Freiflächenangebot für Kinder und Jugendliche, aber auch für gemeinschaftliche Nutzungen.

Wo in Wien finde ich diese SMART-Wohnungen?

Wie gesagt, mittlerweile gibt es in jedem geförderten Wohnbauprojekt ein Drittel SMART-Wohnungen. Eines der ersten Projekte, bei dem SMART-Wohnungen realisiert wurden, steht übrigens in Simmering: die drei Bauplätze an der Lorenz-Reiter-Straße im Simmeringer Gasometervorfeld battleten sich mit dem Sonnwendviertel um die begehrte Erstbezugsmedaille. Der 11. Bezirk  wurde ehrenvoller Zweiter in diesem Wettstreit;-)

TEIL 2: Nachgefragt: Wohnen in der Lorenz-Reiter-Straße
TEIL 3: Smart Wohnen - Interview mit den GB*-ExpertInnen

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